Basel - Stuhlinkontinenz beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Forscher der Universität Basel wollen daher ein adaptives Implantat entwickeln, das sich wie ein natürlicher Muskel zusammenziehen und entspannen kann.

Leichte Formen der Inkontinenz lassen sich medikamentös behandeln, bei schweren Fällen setzen Mediziner auf operative Maßnahmen, indem Schäden am Schließmuskel repariert oder ein künstlicher Sphincter implantiert wird. 

Automatische Druckanpassung

Übliche Schliessmuskel-Implantate weisen mitunter jedoch gravierende Nachteile auf: Einerseits üben sie grossen und vor allem permanenten Druck auf das Gewebe aus, was zu Verletzungen des Anus führen kann. Andererseits ist ihre Handhabung oft kompliziert – insbesondere für ältere Patienten.

"Ein intelligenter Schließmuskel sollte den Druck automatisch erhöhen, wenn der Patient hustet", erläutert Forschungsleiter Bert Müller vom Biomaterials Science Center der Universität Basel. Die Wissenschaftler setzen auf zehntausende nanometerdünne Kunststofffilme, die sich bei einer elektrischen Spannung verformen. Die Technologie existiert grundsätzlich schon, allerdings ist eine Miniaturisierung nötig, um sie bei batteriebetriebenen Implantaten anwenden zu können, die mehrere Jahre halten sollen. (red, derStandard.at, 18.4.2013)