Rom - Auch die dritte Abstimmung für die Wahl eines neuen Präsidenten in Italien ist am Freitag ergebnislos zu Ende gegangen. Kein Kandidat erhielt die notwendige Zweidrittel-Mehrheit von 672 Stimmen. Die meisten Parlamentarier der stärksten Gruppierungen gaben wie bereits in der zweiten Runde leere Stimmzettel ab, um mehr Zeit für politische Sondierungen gewinnen. Die Wahl wird am Freitagnachmittag fortgesetzt. Ab dem vierten Urnengang am Nachmittag genügt eine absolute Mehrheit von 504 Stimmen. Meistgewählter Kandidat war laut vorläufigen Ergebnissen der Jurist Stefano Rodota, der für die Fünf Sterne-Bewegung ins Rennen gegangen ist.

Die Mitte-links-Allianz erklärte, sie wolle ab dem vierten Wahlgang den früheren EU-Kommissionspräsidenten und Ex-Ministerpräsidenten Romano Prodi stimmen. Ihre Stimmen im Parlament genügen jedoch nicht, um Prodi zum neuen Präsidenten zu wählen. Sie muss daher Unterstützung von anderen Parteien erhalten. Der Mitte-rechts-Block um Ex-Premier Silvio Berlusconi will dagegen ab dem vierten Wahlgang einen eigenen Kandidaten, verlautete in Rom. "Prodi ist eine Kandidatur, die das Parlament spaltet", protestierte der Chef von Berlusconis Partei "Volk der Freiheit" (PdL) Angelino Alfano. Marini, dem es bei den ersten beiden Wahlgängen am Donnerstag nicht gelungen, die notwendige Zweidrittel-Mehrheit zu erhalten, verzichtete auf seine Kandidatur.

Die Protestbewegung "Fünf Sterne", die drittstärkste Partei im italienischen Parlament, bekräftigte ihre feste Absicht, weiterhin für ihren Kandidaten, den Juristen Stefano Rodota, zu stimmen. Der Zentrumsblock um den scheidenden Premier Mario Monti will dagegen Innenministerin Annamaria Cancellieri ins Rennen schicken. "Eine Frau als Staatschefin wäre für das Land ein Signal der Erneuerung", sagte Monti.

Es ist eine Wahlversammlung aus insgesamt 1.007 Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und des Senats sowie Vertretern der Regionen, welche den Nachfolger des 87-jährigen Amtsinhabers Giorgio Napolitano wählt. (APA, 19.4.2013)