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King James!

Foto: APA/AP/Slocum

Vor den am Wochenende beginnenden Play-offs der National Basketball Association (NBA) interessiert eigentlich nur eine Frage: Kann irgendjemand Titelverteidiger Miami Heat und seinen Superstar LeBron James stoppen? Nach den jüngsten Auftritten des Teams aus Florida scheint dies unmöglich.

Fast zwei Monate blieb der regierende NBA-Champion Miami ungeschlagen und gewann dabei 27 Spiele en suite. Und selbst nach Ende dieser zweitlängsten Siegesserie der Liga-Geschichte, fanden "King James" und Co. wieder schnell in die Erfolgsspur zurück, feierten auch in ihren acht letzten Matches des Grunddurchgangs nur Triumphe und starten damit als klare Nummer eins in die Knock-out-Phase.

In dieser sind nun die Milwaukee Bucks der erste Herausforderer des haushohen Topfavoriten, der in etwaigen Entscheidungsspielen der "best of seven"-Serien immer Heimvorteil hätte. Milwaukee wäre aber schon froh, nicht mit 0:4 in den vorzeitigen Urlaub geschickt zu werden, sind doch die Bucks das einzige Team, das mit einer negativen Bilanz - nur 38 Siege in den 82 Spielen der "regular season" - den Sprung ins Play-off geschafft hat.

"Jetzt geht's erst so richtig los - eine kompakte 16-Siege-Saison", betonte Guard Dwyane Wade, um dann mit einem noch unmissverständlicheren Nachsatz klarzumachen, dass er und Miami auf dem schnellsten Wege wieder NBA-Champion werden wollen: "Dieses Team wurde zusammengestellt, um Meisterschaften zu gewinnen."

Als Heat-Erfolgsgarant gilt LeBron James, der im Grunddurchgang bereits neue Karriere-Bestmarken in den Kategorien Rebounds (8,0 pro Match), Trefferquote aus dem Feld (56,5 Prozent) und von der Dreier-Linie (40,6 Prozent) verzeichnet hat. Der 2,03 m große Forward hat damit beste Chancen, zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren als wertvollster Spieler ("MVP") ausgezeichnet zu werden.

"Mit 28 Jahren ist sein Spiel so gut wie nie zuvor und das Team um ihn herum eine Einheit", schrieb "Sports Illustrated" über "The Chosen One" und Miami - und fragte beinahe schon illusorisch: "Can anybody beat the Heat?" ("Kann irgendjemand die Heat schlagen?").

Mehr Spannung als Miami vs. Milwaukee versprechen dagegen die anderen Erstrunden-Duelle der Eastern Conference: Die New York Knicks treffen auf Rekordchampion Boston Celtics, die Indiana Pacers bekommen es mit den Atlanta Hawks zu tun, und die Brooklyn Nets messen sich mit den Chicago Bulls.

Ähnlich wie im Osten gibt es hinsichtlich der Favoritenrolle auch im Westen nichts Neues: Vorjahresfinalist Oklahoma City Thunder wird von Experten und Buchmachern erneut in der Endspielserie der besten Basketball-Liga der Welt als Gegner von Miami erwartet. Erster Play-off-Prüfstein des Teams um Superstar Kevin Durant sind die Houston Rockets, die in letzter Sekunde Platz sieben noch an die Los Angeles Lakers verloren haben.

Die Kalifornier entgingen nur aufgrund des 99:95-Overtime-Erfolgs am Mittwoch über die Texaner einem Duell mit Oklahoma. Nach den Verpflichtungen von Steve Nash und Dwight Howard waren die Lakers eigentlich mit dem Ziel Meistertitel in diese Saison gestartet, mussten aber nicht nur Stadtrivale Clippers an sich vorbeiziehen lassen, sondern sogar bis zuletzt um die Play-offs zittern.

In diesen treffen sie nun auf die San Antonio Spurs und müssen dabei auf ihren Superstar Kobe Bryant verzichten. Der 34-Jährige ist mit seinem Achillessehnen-Riss derzeit der prominenteste Patient vor den Toren Hollywoods - und der Hauptgrund, warum die Lakers diesmal nur als krasser Außenseiter gelten. Die Clippers wollen indes wie im Vorjahr die Memphis Grizzlies ausschalten und ihren neuen Nummer-eins-Status in L.A. bestätigen. Im vierten und letzten West-Duell treffen die Denver Nuggets auf die Golden State Warriors. (APA; 19.4.2013)