Köln/Wien - Der Kunstkompass 2013 sieht mit Rosemarie Trockel erstmals eine Frau unter den drei bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Platz 1 auf der jüngsten Rangliste des "Manager Magazins" belegt zum vierten Mal in Folge Gerhard Richter. Trockel steht hinter dem US-Künstler Bruce Nauman auf Rang 3 und verdrängt damit ihren deutschen Landsmann Georg Baselitz auf den vierten Platz.

Der im Vorjahr auf Platz 49 gelistete Österreicher Arnulf Rainer steht nun auf Platz 64, Erwin Wurm konnte sich um 15 Plätze auf Rang 83 verbessern (2012: Rang 98). Der im Vorjahr verstorbene Franz West belegt auf der Liste der bereits gestorbenen Künstler Platz 8.

Der jährlich veröffentlichte "Kunstkompass", der als einflussreiches Barometer der Gegenwartskunst gilt, führt unter den zehn wichtigsten Künstlern gleich vier Deutsche auf. Neben Richter, Trockel und Baselitz gehört auch Anselm Kiefer (Rang 6) zur Spitzengruppe. Der Däne Olafur Eliasson verbesserte sich von Rang 9 auf 7, der Südafrikaner William Kentridge von 13 auf 8; Richard Serra wurde von 7 auf 9 zurückgereiht.

Unter den Top Ten sind neben Trockel zwei weitere Frauen: Die US-Fotografin Cindy Sherman belegt Platz 5, die Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist ist Zehnte. Den Aufstieg Trockels begründete das "Manager Magazin" am Freitag mit dem "Triumph ihrer Werke bei großen Ausstellungen". Ihre Karriere zeige, dass es Frauen zunehmend gelinge, in die von Männern dominierte Kunstwelt vorzudringen. Bereits ein Viertel der 100 bedeutendsten Gegenwartskünstler auf der Liste sei weiblich.

In die Bewertung des "Kunstkompasses" fließen Einzelausstellungen in namhaften Museen ebenso ein wie die Teilnahme an wichtigen Gruppenausstellungen und Rezensionen in Kunstmagazinen. Verkaufspreise und Auktionserfolge spielen hingegen keine Rolle. Bei den gestorbenen Künstlern sieht der "Kunstkompass" ebenfalls einen Deutschen vorn, nämlich Joseph Beuys. Ihm folgen Andy Warhol, Sigmar Polke, Louise Bourgeois und Martin Kippenberger. Platz 8 belegt der im Vorjahr verstorbene Österreicher Franz West. (APA, 19.4.2013)