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Der deutsche Dominator: Vettel.

Foto: Reuters/FIROUZ

Bahrain/Wien – Sebastian Vettel ist natürlich nicht der König von Bahrain. Das ist schon ein gewisser Hamad bin Isa Al Chalifa, der mit strenger bis brutaler Hand so fuhrwerkt auf seinen Inseln, dass Vermarkter Bernie Ecclestone ihm quasi ung'schaut einen Grand Prix anvertraut hatte.

Vettel gewann den am Sonntag nun zum zweiten Mal in Folge. Im übertragenen Sinne nennt man ihn halt auch König, zumal er seinen Sieg vom zweiten Startplatz weg ausgesprochen souverän inszenierte. Der 25-jährige Deutsche gewann vor dem Finnen Kimi Räikkönen im Lotus und dessen Teamkollege Romain Grosjean. Das Siegerpodium glich damit dem des Vorjahres.

Der deutsche Mercedes-Fahrer Nico Rosberg erlebte dagegen ein Debakel. Der Pole-Positioner landete nach vier Reifenwechseln auf Rang neun. Auch Ferrarist Fernando Alonso erwischte nicht seinen besten Tag. Der Vize-Weltmeister und Sieger von Schanghai in der Vorwoche hatte früh im Rennen Probleme mit seinem Heckflügel und wurde Achter, Kollege Felipe Massa gar nur 15.

Rosberg, Vettel und Alonso lieferten sich nach dem Start ein sehr intensives Match, aus dem Vettel in Runde drei dann als Sieger hervorging und in weiterer Folge ungestört seine Runden drehen konnte. " Das war ein Rennen ohne Fehler und Probleme. Ich musste schnell nach vorne kommen und dann nur noch auf meine Reifen achten. Einen Riesendank an das Team." Gemeinsam führt man die WM-Wertung an, hat den Vorsprung auf Räikkönen auf zehn Punkt ausgebaut. Läuft also für Vettel und Red Bull wunderbar.

Unruhig

Außerhalb des Circuit freilich weniger. Rund um den Grand Prix wurde immer wieder für mehr Demokratie und Menschenrechte demonstriert. Dabei kam es zu Ausschreitungen zwischen den Protestanten und der Staatsmacht. Molotow-Cocktails flogen, Autoreifen wurden in Brand gesteckt, die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein. Am Sonntag wurden die ohnehin schon massiven Sicherheitsmaßnahmen an der Strecke noch einmal verschärft.

Seit zwei Jahren kämpfen Oppositionelle der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung für mehr Rechte unter der sunnitischen Regierung. 80 Menschen sind seit dem Ausbruch des Arabischen Frühlings Anfang 2011 ums Leben gekommen.

Allein in diesem Monat sollen bisher rund 100 Aktivisten eingesperrt und 30 verletzt worden sein. 2011 war das Rennen in Bahrain abgesagt worden, nachdem die Unruhen von Truppen aus dem benachbarten Saudi-Arabien blutig niedergeschlagen worden waren.

Katalanische Ruhe

"Alles, was uns hier betrifft", erzählt Sebastian Vettel, "da schaut die Organisation, dass es uns hier gut geht und wir uns auf den Sport konzentrieren können." Das gelang ihm, wie sich wies, hervorragend, obwohl: "Was drumherum passiert, ist natürlich nicht schön. Das kriegt man natürlich mit."

Schon am 12. Mai wird das diesbezüglich anders sein. Da ruft der Zirkus zum Großen Preis von Spanien ins demokratisch bedenkenlos befahrbare katalanische Barcelona. Bis dahin wird Barça im Finale der Champions League stehen. Beziehungsweise, wenn Bayern was dagegen hat, nicht. (wei, DER STANDARD, 22.04.2013)