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Wladimir Putin präsentiert sich gerne als großer Tierfreund. Zur geplanten Massentötung von Streunern in Sotschi gab es noch kein Statement von ihm.

Foto: APA/ALEXEY DRUZHINYN /RIA NOVOSTI

Im russischen Badeort Sotschi am Schwarzen Meer werden im Februar 2014 die Olympischen Winterspiele ausgetragen. Die Stadt im Südosten des Landes wird daher im Moment "herausgeputzt". Die Behörden wollen in diesem Zusammenhang auch die rund 2.000 streunenden Hunde und Katzen von der Straße durch Massentötungen entfernen. Der Fall erinnert an eine ähnliche Aktion im Vorfeld der EM 2012 in der Ukraine und sorgt international erneut für Empörung.

Publik wurden die Pläne der Stadtverwaltung nun durch eine Ausschreibung im Internet. Darin wurde nach Firmen gesucht, die zwischen fünf und acht Uhr in der Früh herrenlose Tiere auf der Straße suchen und töten sollten. "Einfangen, Auswählen und Beseitigen" lautete der Auftrag. Dafür wären rund 43.000 Euro bezahlt worden. "Wir sind nicht grausam, wir wollen nur das Problem lösen", rechtfertigt sich nun ein Sprecher der Stadt.

Attacken auf Kinder

Die Tiere würden Krankheiten übertragen und Kinder angreifen, sagte der offizielle Sprecher weiter. "Wir haben eine Verpflichtung gegenüber der internationalen Gemeinschaft", meinte auch der regionale Parlamentsabgeordnete Sergej Kriwonossow gegenüber der Zeitung RBK Daily. Laut russischen Angaben wurden zwischen 2000 und 2010 insgesamt 400 Menschen von streunenden Hunden getötet.

Nicht nur international sorgen die Pläne für eine Massentötung von Tieren für Proteste. Auch örtliche Aktivisten erreichten durch Demonstrationen, dass die Situation nun angeblich human gelöst werden soll. Daher wird das erste Tierheim für Streuner in Sotschi errichtet. Ob ein einziges Tierheim die Lage entschärfen wird, ist fraglich.

Teuerste Austragungsort aller Zeiten

Seit zehn Jahren laufen die Vorbereitungen für die Austragung dieses sportlichen Großereignisses. Neben den Wettkampfstätten wurden ein neuer Flughafen, neue Straßen, Bahnstrecken und Luxushotels gebaut. Dennoch sind die Veranstalter noch immer zeitlich im Verzug. Die Kosten sind enorm und werden etwa 37 Milliarden Euro betragen. Im Vergleich: In Vancouver wurden 2010 rund 1,4 Milliarden und in Turin 2006 3,4 Milliarden ausgegeben. (APA/red, derStandard.at, 22.4.2013)