Innsbruck/Bregenz - Das Oberlandesgericht Innsbruck hat am Dienstag die lebenslange Freiheitsstrafe für den Ex-Freund der Mutter des zu Tode geprügelten Cain bestätigt. Die von Verteidiger Edgar Veith vorgebrachten Milderungsgründe würden laut Richter Klaus Schröder nicht vorliegen. "Die Anwendung jeglicher Gewalt gegenüber Kindern ist unzulässig", begründete der Richter das Urteil.

Das Trauerschmerzensgeld für Cains Bruder in der Höhe von 25.000 Euro wurde ebenfalls bestätigt. Der OGH hielt im Februar 2013 fest, dass der Ex-Frauend den Dreijährigen im Jänner 2011 vorsätzlich getötet habe.

Veith hatte behauptet, dass sein Mandant aus achtenswerten Beweggründen gehandelt habe. "Er hat das Kind nur aus Erziehungsgründen geschlagen, er wollte es nicht töten", sagte der Verteidiger. Der Richter sah diese Beweggründe jedoch nicht gegeben. "Eltern haben für das Wohl ihrer Kinder zu sorgen. Das alte elterliche Züchtigungsrecht gibt es nicht mehr", erklärte Schröder.

Starke Emotionalisierung

Die hohe mediale Aufmerksamkeit habe außerdem zu einer sehr starken Emotionalisierung geführt, wodurch die Entscheidung des Schwurgerichts beeinflusst worden wäre, meinte der Verteidiger. "Mein Mandant wurde schon vor dem Verfahren als Monster und Mörder hingestellt", sagte Veith. Richter würden sich jedoch laut Schröder von einer derartigen Emotionalisierung nicht leiten lassen. "19 Richter haben in diesem Verfahren über Schuld und Strafe entschieden und sie haben ihr Urteil nicht aufgrund von Emotionen gefällt", bemerkte Schröder.

Der Angeklagte zeigte sich einerseits reuig, war andererseits weiterhin von seiner Unschuld überzeugt. "Ich möchte mich entschuldigen. Aber ich bin unschuldig, ich wollte das Kind nie töten", sagte der Mann. Er werde bis nach Straßburg gehen, um seine Unschuld zu beweisen, kündigte er an.

Urteil bekämpft

Das Landesgericht Feldkirch hatte den damaligen Lebensgefährten der Mutter Cains am 30. März 2012 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Verteidiger Veith bekämpfte das Urteil mit einer Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung. Der OGH hielt am 28. Februar 2013 fest, dass der Ex-Freund Cain vorsätzlich getötet habe. (APA, 23.4.2013)