Peking - Bei einer blutigen Auseinandersetzung in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina sind nach amtlichen Angaben 21 Menschen getötet worden. Bei einer Kontrolle seien kommunale Behördenvertreter in einem Haus angegriffen worden, berichtet die offizielle Website der örtlichen Regierung am Mittwoch. Eine Regierungssprecherin sprach wenig später von einem "Terroranschlag". In der Provinz Xinjiang kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen muslimischen Uiguren und Han-Chinesen.

Laut Hou Hanmin, Sprecherin der Regierung von Xanjiang, kamen neun Hausbewohner, sechs Polizisten und sechs uigurische Angreifer bei der Attacke am Dienstag ums Leben. Weitere acht Täter wurden verhaftet. Drei Behördenvertreter meldeten zuvor bei einer Patrouille in Bachu County eine Gruppe von Verdächtigen in einem privaten Haus. Nachdem sie um Verstärkung gerufen hatten, betraten sie das Haus und fanden zahlreiche Äxte und Messer. Kurz darauf wurden sie damit angegriffen und getötet. Die alarmierten Sicherheitskräfte wurden ebenfalls attackiert und verletzt. Nur einer der Polizisten war dabei im Besitz einer Schusswaffe. 

"Angriff geplant und gut vorbereitet"

Wenig später trafen schwer bewaffnete Einheiten ein, doch da stand das Gebäude bereits in Flammen, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Dabei wurden die noch im Haus befindlichen neun Bewohner getötet. Hou nannte zwar keine Gruppierung, die hinter der Tat stecken könnte, sprach allerdings dezidiert von einem "Terroranschlag": "Dieser Angriff war geplant und gut vorbereitet."

Dilxat Raxit, Sprecher des Uiguren-Weltkongresses der Exil-Uiguren, sagte, dass der Angriff durch die Erschießung eines jungen Uiguren durch chinesische Sicherheitskräfte ausgelöst wurde.

Die nominell autonome Region Xinjiang zählt zu den Armenhäusern Chinas und ist seit Jahren ein ethnischer Konfliktherd. Seit sich Peking das Gebiet im Nordwesten 1955 als "Autonome Region" einverleibte und Han-Chinesen ansiedelte, kämpfen Uiguren für die Unabhängigkeit des ehemaligen Ostturkestan. Peking macht die Separatisten für zahlreiche Anschläge verantwortlich. Menschenrechtsorganisationen werfen Chinas Führung im Gegenzug die Unterdrückung Xinjiangs und der Uiguren mit Folter, Massenverhaftungen und Todesurteilen vor. (Reuters/APA, 24.4.2013)