Wien - Analysten erwarten für das Auftaktquartal 2013 der Erste Group nur knapp die Hälfte des Gewinns im Vergleichsquartal 2012. Die APA-Konsensusschätzung der Experten von UBS, Societe Generale (SocGen) und Raiffeisen Centrobank (RCB) weist einen um 49 Prozent niedrigeren Gewinn nach Minderheiten aus als im ersten Jahresviertel 2012. Zu kämpfen haben weiterhin die Töchter in Rumänien und Ungarn.

Bergauf

"Das erste Quartal sollte das schwächste des ganzen Jahres gewesen sein", schreiben die Analysten von SocGen. Zumal in diesem Zeitraum auch die höchsten Wertberichtigungen zu verbuchen sein dürften. Kosteneinsparungen würden hingegen erst im Jahresverlauf ihre volle Wirkung in der Erste-Bilanz entfalten. Demnach sollte es in den Folgequartalen höhere Ergebnisse geben. Den Zinsüberschuss im Quartal beziffern sie mit 1.263 Mio. Euro, die Analysten der UBS prognostizieren 1.216,4 Mio. Euro und jene der RCB errechneten 1.246 Euro.

Wie es bei der rumänischen Tochter BCR weiter läuft, bleibe wesentlich für die Erste-Aktie, meinen die Experten. Für Rumänien liegen die UBS-Analysten mit dem von ihnen erwarteten Q1-Verlust von 11 Mio. Euro klar optimistischer als die durchschnittlich prognostizierten 20 Mio. Euro, bei der RCB wird ein Minus von 18 Mio. Euro aus der Geschäftstätigkeit in Rumänien erwartet. Auch Ungarn und die (verkaufsfertige) Ukraine-Tochter würden der Ersten weiter Verluste bescheren, konstatieren die UBS-Experten. SocGen wertet die schwierige Beziehung der ungarischen Regierung zum Bankensektor als unvorhersehbares Risiko. Bei der RCB erwartet man ein etwas schwächer ausgefallenes Quartal in Ungarn, da die Erste im vierten Quartal 2012 dort von einer Rückstellungsauflösung profitiert habe.

Neben den Ostrisiken haben die Experten weiterhin die Modalitäten der Staatsgeldrückzahlung im Blick. Dem Institut wird von den Experten bescheinigt, das staatliche Partizipationskapital ohne Aktienkapitalerhöhung tilgen zu können, zumindest teilweise. Dass die Hauptaktionärin, die zuletzt auf 20,13 Prozent zurückgefallene Erste Bank Stiftung, weiter Anteile abgibt, sei nicht zu erwarten. Als nachhaltigen Aktionär sehen die SocGen-Analysten zudem die spanische La Caixa (9,9 Prozent). (APA, 25.4.2013)