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Frei.Wild-Fans verwehren sich gegen Vorwürfe des Rechtsextremismus.

Foto: EPA/BRITTA PEDERSEN

Graz - "Wir können nicht einfach mit Verboten arbeiten", verteidigte am Donnerstag im Grazer Gemeinderat ÖVP-Stadtrat Gerhard Rüsch den umstrittenen Auftritt der Rechtsrock-Band Frei.Wild in der Grazer Stadthalle am 10. Mai.

Diese Aussage aus den Reihen der ÖVP, die in den letzten Jahren Graz mit einer Verbotswelle überzog, die international von sich reden machte, überraschte die Opposition. Zur Erinnerung: In Graz ist das Telefonieren in Öffis, Alkoholkonsum fast in der gesamten Innenstadt und im Univiertel sowie Grillen im Stadtpark verboten.

Auch die Stones hätten problematische Texte

Für die Frage der Grünen, wie der Auftritt der Band, die in Deutschland wegen nationalistischer und gewaltverherrlichender Texte vom Musikpreis Echo ausgeschlossen wurde und in Wels nicht spielen darf, in der "Menschenrechtsstadt" Graz möglich sei, haben FPÖ und ÖVP kein Verständnis.

Es gebe einen aufrechten Vertrag mit der Messe-Congress-Betreibergesellschaft, an dem sei nicht zu rütteln. Zudem, so Rüsch, hätten auch andere Bands immer wieder problematische Texte. Als Beispiel nennt Beteiligungsreferent Rüsch die Rolling Stones.

Anders SPÖ-Vizebürgermeisterin Martina Schröck: Sie positioniert sich nach massiven Protesten ihrer Parteijugend, des Mauthausen-Komitees Österreich und der SPÖ Oberösterreich klar: Im Parteivorstand stimmte man am 17. April gegen den Auftritt der Band, die eine "rechte Einstiegsdroge" sei. Spielen werden die Südtiroler am 10. Mai aber wohl trotzdem. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 26.4.2013)