Berlin/München – Die bayerische CSU muss fünf Monate vor den Landtags- und Bundestagswahlen einen weiteren Schlag verkraften. Am Donnerstag trat Fraktionschef Georg Schmid als Konsequenz aus der "Schatzl-Affäre" zurück.

Schmid hatte seine Ehefrau Gertrud seit 23 Jahren in seinem Büro beschäftigt und ihr dafür bis zu 5500 Euro monatlich bezahlt. Rechtlich ist dagegen nichts einzuwenden. Aber die beruflichen und privaten Verflechtungen hatten für großen Unmut in Bayern gesorgt – zumal 17 weitere Abgeordnete der CSU-Landtagsfraktion Familienmitglieder in ihren Büros beschäftigen.

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hat bereits erklärt, dies sei "auf jeden Fall keine gute Sache" . Er drängt nun auf ein neues Gesetz, das eine Anstellung für Verwandte in CSU-Landtagsbüros gänzlich verbietet.

Seehofer kämpft derzeit auch mit den Folgen der Causa Uli Hoeneß. Der Bayern-München-Präsident, der Steuern hinterzogen hat, war in CSU-Kreisen immer wohlgelitten. Zudem wusste Seehofer schon seit Jänner von der Selbstanzeige. Die Opposition fragt ihn nun, ob er in irgendeiner Weise Einfluss genommen hat. (bau/DER STANDARD, 26.4.2013)