Der SV Grödig hat einen kleinen Rückschlag auf dem Weg zum angepeilten Fußball-Bundesliga-Aufstieg erlitten. Die Salzburger mussten sich am Freitag in Horn nach 1:0-Pausenführung mit einem 1:1 begnügen. Damit baute Grödig seinen Vorsprung auf Verfolger Austria Lustenau auf neun Punkte aus. Drei Siege aus den verbleibenden sechs Runden dürften für Grödig zum Aufstieg in die Bundesliga genügen.

Stefan Nutz brachte das beste Auswärtsteam der Liga (10 Siege, 3 Remis, 3 Niederlagen) in Minute 20 verdient in Führung. Nach dem Wechsel kamen dann aber die Niederösterreicher auf, und Miroslav Milosevic traf mit einer Freistoßgranate (76.) zum Ausgleich. Damit verhinderte der Tabellenachte Horn zwar die vierte Niederlage in Serie, hat aber in den jüngsten sieben Runden nur zwei Zähler geholt.

Austria Lustenau verliert

Der SCR Altach hat den verbleibenden Aufstiegsfantasien des Lokalrivalen Austria Lustenau einen weiteren Dämpfer verpasst. Im Vorarlberger Derby gab es ein 2:0 für die Altacher, die nun nur noch drei Punkte hinter den unterlegenen Gästen liegen. Die Austria konnte damit vom Punkteverlust der Grödiger in keinster Weise profitieren und müssen sich wohl auf ein weiteres Jahr in der zweiten Liga einstellen.

Die Gäste waren in der ersten Hälfte die gefährlichere Mannschaft und gingen durch einen Kopfball von Christoph Stückler eigentlich verdient in Führung, die aber Schiedsrichter Gerhard Grobelnik wegen eines angeblichen Foulspiels nicht anerkannte (20.). Nach dem Wechsel fanden die nun schon neun Heimspiele (sieben Siege, zwei Remis) ungeschlagenen Altacher besser ins Spiel und jubelten nach einem Aigner-Kopfball über das 1:0. Für den 32-jährigen Tiroler war es bereits der 16. Saisontreffer, mit dem er seine Führung in der Torschützenliste ausbaute.

Der Kameruner Ngwat-Mahop sorgte nach einem Patzer der Gäste-Abwehr für den Endstand und fixierte damit den ersten Altach-Sieg über den Erzrivalen seit dem 5:0-Triumph in Lustenau am 17. September 2011. Herbstmeister Austria Lustenau hat dagegen nach wie vor nur einen einzigen Sieg (bei vier Remis und sechs Niederlagen) im Frühjahr gefeiert. In Auswärtsspielen wartet man sogar seit dem 2:1 am 5. Oktober in Altach auf einen vollen Erfolg.

Kapfenberg verpasst Sprung auf Platz 3

Ex-Aufstiegskandidat St. Pölten hat ein 1:1 (1:1) bei Kapfenberg erreicht. Dass die Niederösterreicher nach dem 1:7-Heimdebakel im März gegen die "Falken" einen Punkt holten, verdankten sie ihrem Torhüter Christoph Riegler. Er erriet bei einem Strafstoß von Joachim Standfest (85.) die Ecke und parierte den Elfer. Der KSV verpasst damit den Sprung auf Platz 3. Die Serie der Kapfenberger im Frühjahr kann sich dennoch sehen lassen: In elf Spielen erreichte das Team von Trainer Klaus Schmidt neun Siege und zwei Unentschieden.

Einer ersten guten Tormöglichkeit von Kapfenberg - Ronivaldo scheiterte in der 8. Spielminute mit einem Kopfball an Riegler - folgten gute Offensivaktionen der Gäste. Nachdem Bernhard Kotynski einen Kopfball aus drei Metern über die Latte gesetzt hatte (21.), erzielte "Jano" nach einer Flanke von Mirnel Sadovic das Führungstor für St. Pölten (27.). Acht Minuten später folgte der Ausgleich für Kapfenberg: David Sencar versenkte eine Maßflanke von Joachim Standfest per Kopf zum 1:1.

Nach der Pause hatten beide Teams keine nennenswerten Torchancen. Standfest hätte das Spiel für die Steirer entscheiden können, scheiterte aber vom Elferpunkt. Zuvor hatte Michael Holzmann KSV-Spieler Patrick Wolf im Strafraum zu Fall gebracht und wegen Torraubs die Rote Karte (84.) gesehen.

Vienna sportlich quasi unabsteigbar

Auch im Duell zwischen der Vienna und TSV Hartberg gab es ein 1:1. Beide Tore fielen kurz vor der Pause. Der First Vienna FC liegt sechs Runden vor dem Ende 18 Punkte vor Schlusslicht und Relegations-Anwärter BW Linz und hat den Klassenerhalt damit sportlich quasi geschafft. Sie fielen nach sieben ungeschlagenen Spielen (drei Siege, vier Remis) aber auf Tabellenplatz sieben zurück. Die Steirer bleiben einen Zähler hinter Aufsteiger Horn (1:1 im Heimspiel gegen Spitzenreiter Grödig) Vorletzter.

Nach einer ereignislosen ersten halben Stunde, die von einem lauen Sommerkick geprägt war, nahm das Match Fahrt auf, wobei es vor allem die letzten Minuten der ersten Hälfte in sich hatten. Zunächst ging Hartberg durch Rene Schicker, dessen Weitschuss von Vienna-Verteidiger Mario Kröpfl unhaltbar abgefälscht wurde, in Führung (44.). Danach erwachten die Hausherren und drückten sofort auf den Ausgleich, den Markus Pink in der Nachspielzeit (45.+2) erzielte.

Die Döblinger nahmen diesen Elan in Hälfte zwei mit, verabsäumten es aber den zweiten Treffer zu erzielen. So traf Paul Bichelhuber zunächst die Stange, und Miroslav Slavov verpasste aus kurzer Distanz den Nachschuss (beide 52.). Slavov scheiterte dann in der Nachspielzeit selbst am Torgebälk, womit es beim Remis blieb. Für die nach der Pause erschreckend schwachen Hartberger war es ein schmeichelhafter Punkt.

BW Linz muss sich auf Relegation vorbereiten

Das abgeschlagene Schlusslicht Blau-Weiß Linz bleibt der Lieblingsgegner des FC Lustenau. Die Vorarlberger gewannen 4:3 (2:0) und damit auch ihr viertes Heimspiel gegen die Oberösterreicher. Die Linzer haben in der in acht Duellen mit dem FC Lustenau bisher nur zwei Punkte geholt.

Osman sprintete in einen schlechten Misic-Rückpass und besorgte die Führung für die Gastgeber (21.). Noch vor der Pause erhöhte Verteidiger Stipe Vucur (42.) mit einem Schuss von der Strafraumgrenze auf 2:0, womit die Vorentscheidung gefallen schien, da die Oberösterreicher nicht nur hinten schlecht standen, sondern auch zu fahrlässig mit ihren Chancen umgingen.

In Hälfte zwei erhöhte Furkan Aydogdu (57.) auf 3:0, postwendend gelang Manuel Hartl aber das erste Tor für die Gäste, die damit erstmals beim FC trafen (58.). Aydogdu machte nach schönem Karatay-Zuspiel seinen Doppelpack perfekt (67.), Philipp Huspek verkürzte auf 2:4 (73.). Der Anschlusstreffer aus einem Foulelfer von Matthias Lindner kam zu spät (90.).

Während BW Linz nun schon seit fünf Runden sieglos ist (nur ein Remis bei vier Niederlagen), durften die Lustenauer nach sieben Runden (drei Remis, vier Niederlagen) wieder einen vollen Erfolg bejubeln. Davor hatten sie zuletzt am 8. März zu Hause gegen Hartberg 1:0 gewonnen. (red/APA, 26.4.2013)

SV Horn - SV Grödig 1:1 (0:1). Waldviertler Volksbank Arena, 2.050 Zuschauer, SR Kollegger. Tor: Milosevic (76./Freistoß) bzw. Nutz (20.)

SCR Altach - SC Austria Lustenau 2:0 (0:0). Cashpoint-Arena, 4.223 Zuschauer, SR Grobelnik. Tor: Aigner (70.), Ngwat-Mahop (81.)

Kapfenberger SV - SKN Sankt Pölten 1:1 (1:1). Franz-Fekete-Stadion, 1.050 Zuschauer, SR Altmann. Tore: Sencar (35.) bzw. Jano (27.). Rote Karte: Holzmann (84./Torraub). Anmerkung: Standfest (KSV) scheiterte in Minute 85 mit einem Foulelfer an St.-Pölten-Tormann Riegler.

FC Lustenau - FC Blau-Weiß Linz 4:3 (2:0). Reichshofstadion Lustenau, 750 Zuschauer, SR Jäger. Tore: Osman (21.), Vucur (42.), Aydogdu (57., 67.) bzw. Hartl (58.), Huspek (73.), Lindner (90./Foulelfer)

First Vienna FC - TSV Hartberg 1:1 (1:1). Hohe Warte, 1.600 Zuschauer, SR Schörgenhofer. Tore: Pink (45.+2) bzw. Schicker (44.)