Dass Luxusuhren, Sportkleidung oder teure Taschen in China nicht nur gekauft, sondern mitunter auch gefälscht werden, haben deren Hersteller schon des öfteren beklagt. Nun hat auch das Wiener Weingut Mayer Am Pfarrplatz einen Nachahmer im Reich der Mitte gefunden. Dort verkauft ein Unternehmen namens "Mayer Wineries" Flaschen, auf denen als Herkunftsbezeichnung "Mayer Am Pfarrplatz" bzw. "Produce of Austria" zu lesen ist. Auch Walzerkönig Johann Strauss ist auf einigen Etiketten abgebildet, wie das Wiener Original-Weingut beklagte.

Gerhard Lobner, der Geschäftsführer des Döblinger Winzerbetriebs, wurde von einem offiziellen Vertriebspartner in Shanghai über die Fälschungen informiert. Dass berühmte Bordeaux-Weingüter gefälscht werden, sei bekannt: "Dass jetzt unsere Weine scheinbar als Kopiervorlage für chinesische Weine dienen, kann man fast als Auszeichnung interpretieren."

Es sei jedoch sehr ärgerlich, dass dies ohne Rücksicht auf Markenrechte oder Qualitätsanspruch geschehe. Denn das Wiener Weingut ist selbst in China präsent: Es vertreibt über seine Vertriebspartner in Shanghai und Hongkong die Originalweine. Dass der Fake-Wein auch in Österreich angeboten wird, ist laut Lobner unwahrscheinlich. Rechtliche Schritte gegen "Mayer Wineries" sind übrigens nicht geplant - da diese "leider aussichtslos" seien, wie es hieß. (APA, 29.4.2013)