Bei feineren Arbeiten wie Schleifen oder Polieren im industriellen Bereich mussten Roboter bisher meist passen - zu wenig sensibel waren sie im Kontakt mit den Arbeitsflächen. Forscher von der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz und des JKU-Spin-off-Unternehmens "FerRobotics" haben mit dem sogenannten "Aktiven Kontaktflansch" eine Technologie entwickelt, die den Kontakt, die Position und die Kraft während des Arbeitens ständig aufeinander abstimmt.

150 Roboter im industriellen Einsatz

Insgesamt sind bereits etwa 150 dieser Geräte im industriellen Einsatz, wie Ronald Naderer von "FerRobotics" gegenüber der APA erklärte. Bei den "euRobotics TechTransferAwards" in Lyon wurde die Innovation kürzlich mit der Auszeichnung für den dritten Platz bedacht, wie die JKU heute, Montag, mitteilte.

Kontakt ohne "Crash"

Das Gerät zeichne sich vor allem durch seine schnelle Reaktion und kompakte Bauweise aus. Neu sei, dass das System in der Lage ist, Kontakt zu dem Werkstück herzustellen, ohne dabei "einen Crash" zu verursachen, so Naderer. Während der Arbeit sei sichergestellt, dass die Kraft genau so übertragen wird, wie es die jeweilige Anwendung verlangt. Die dafür notwendigen Berechnungen würden dabei von dem Modul selbst übernommen, der jeweilige Industrie-Roboter muss daher nicht extra angepasst werden.

Schleifen oder Reinigen

Einsatzgebiete für die Technologie gebe es überall dort, "wo man das händische Gefühl braucht", erklärte Naderer. "Unangenehme Arbeiten" wie Schleifen, Polieren, Reinigen oder Laminieren könnten so automatisiert durchgeführt werden. Auch in der Montage, wie etwa in der Autoproduktion, seien die Geräte bereits im Einsatz. (APA, 29.4.2013)