Barcelona - Am Mittwoch ist Lionel Messi der Ronaldo, Barcelona ist Real, und Bayern München ist Dortmund. Messi hat es noch schlimmer erwischt, denn die Bayern samt David Alaba beginnen das zweite Halbfinal-Rückspiel der Champions League mit 4:0. Doch Messi verspricht: " Wir können es schaffen!" Die Niedergeschlagenheit nach dem Hinspiel ist Trotz und einer "Jetzt erst recht"-Haltung gewichen. "Sí, se puede!", ja, es ist zu schaffen, titelte das Blatt Sport in Anlehnung an den berühmten Arbeiterspruch. El Mundo Deportivo hob ein Foto des jubelnden Messi auf Seite eins, darüber die Schlagzeile: "Mit Leo ist alles möglich."

Tatsächlich scheint der im Hinspiel äußerst anonyme Argentinier gerade noch rechtzeitig in Form gekommen zu sein. Er verhalf Barcelona am Samstag mit einem Tor und einer Vorlage (per Kopf!) zum 2:2 gegen Athletic Bilbao. "Messi hat ein super Tor gemacht. Das war der alte Messi", hat Bayerns Trainer Jupp Heynckes aus der Ferne beobachtet. Die Medien versuchen, die vagen Hoffnungen durch diverse Statistiken zu nähren. Dass die Bayern noch nie ein 4:0 vergeigt haben, wurde ignoriert. Besser passte, dass Messi speziell gegen deutsche Teams gerne netzt, zwölfmal in der Champions League. Ingesamt hält er bei 59 Toren.

"Wir wissen, dass es schwierig wird. Aber wir sind Barcelona, wir müssen den Fans klarmachen, dass wir gewinnen können, es gibt Wunder im Nou Camp, wir haben Stolz", sagt Trainer Tito Vilanova. Die Zuseher haben eine Choreografie unter diesem Motto vorbereitet. Über die Gegengerade soll "Orgull" (Stolz) zu lesen sein.

Auf einen gemütlichen Betriebsausflug stellt sich bei den Bayern niemand ein, der am Dienstag den Charterflug nach Spanien besteigt. Auch Steuersünder Uli Hoeneß will den fünften Einzug seines FC Bayern in ein Champions-League-Finale vor Ort miterleben. "Der Präsident ist einer von uns", sagte Arjen Robben zum "Thema Nummer eins" in Deutschland, dem sich niemand entziehen könne. Die Konzentration stören soll es nicht.

Die größte Final-Gefahr liegt für die Bayern womöglich in den drohenden Sperren für einige Leistungsträger. Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Javi Martinez, Dante, Mario Gomez und Luiz Gustavo sind im Endspiel mit einer Gelb-Sperre bedroht.

Heynckes will darauf "keine Rücksicht" nehmen. Nur der im Hinspiel gesperrte Mario Mandzukic dürfte für Mario Gomez neu ins Team kommen. "Man kann auch ein Spiel ohne Gelbe Karte bestehen", erklärte Schweinsteiger. "Wir müssen sehr diszipliniert spielen", forderte Heynckes. (Christian Hackl/APA - 29.4. 2013)