Rom - Angriffe von Computerhackern auf Internet-Seiten des Vatikans haben in den vergangenen Wochen dramatisch zugenommen. Sogar Mönche wurden dabei erwischt, wie sie versuchten, Texte auf der Vatikan-Website zu entstellen oder antiklerikale Botschaften zu platzieren. Der Kirchenstaat unterhält zwei Websites: die offizielle Vatikan-Adresse und seit Februar auch eine eigene Seite für das große Kirchenjubiläum. Auf http://www.vatican.va erhalten Netsurfer in sechs Sprachen, darunter auch Deutsch, aktuelle Informationen aus dem Kirchenstaat. Die Website bietet alle offiziellen Dokumente der Pontifikate von Johannes Paul I. und II. Unterlagen aus der Zeit unter Papst Paul VI. werden zurzeit elektronisch aufbereitet und sollen in Kürze Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Die Website, die von nur vier Mitarbeitern betreut wird, zählte allein im November 12,5 Millionen Zugriffe. Auf dem neuesten Stand Die Jubeljahr-Adresse bietet in zehn Sprachen 30.000 Internet-Seiten mit Informationen zum Kirchenjubiläum. Technisch ist die von 30 Priestern, Nonnen und Informatikern von Telecom Italia betreute Website auf dem neuesten Stand. Sie überträgt "live" alle großen Ereignisse des Jubeljahres wie zu Weihnachten die Öffnung der Heiligen Pforte ins weltweite Datennetz. Die Jubiläums-Website ist in der Bandbreite so angelegt, dass sie fünf Millionen Zugriffe pro Tag verkraftet. Zwischen Heiligabend und dem zweiten Weihnachtstag musste ein Rechner, den die Mitarbeiter der Computerzentrale des Vatikans nach dem Erzengel "heiliger Michael" nennen, auf Hochtouren arbeiten. "Sankt Michael", der in der Bibel mit dem Teufel ringt, dient in der Computerabteilung des Vatikans dazu, Angriffe auf die Internet-Seiten des Kirchenstaates auszumachen und eventuelle Hacker zu lokalisieren. Diese Attacken waren, wie jetzt in Rom bekannt wurde, an den drei Weihnachtstagen besonders intensiv. Der Vatikan Hacker Nach Berichten der römischen Tageszeitung "Il Messagero" soll der Kirchenstaat auch einen geläuterten Hacker beschäftigen. Gleich einem vom Saulus zum Paulus Gewandelten wacht dieser darüber, dass auch im Cyberspace weiterhin alle Wege zum Herrn führen. (pte/welt)