Graz/Wien - Elfriede Jelineks Text zur atomaren Katastrophe in Fukushima mit dem Titel "Kein Licht" - im September 2011 in Köln uraufgeführt und vergangenen Herbst 2012 am Salzburger Landestheater aufgeführt -  wird in einer erweiterten Fassung im September erst in Graz und dann  in Wien zu sehen sein.

Die sogenannte "Sprechoper" mit Musik von Jonas Kocher zeigt vier Figuren, die das Geschehen reflektieren, ohne wirklich involviert zu sein. Für die Grazer Aufführung wird Jelinek den Prolog selbst sprechen, außerdem wurde der Epilog zu einem eigenen zweiten Teil. "Bei uns ist der Epilog ein eigenständiger zweiter Teil, außerdem gibt es einen Prolog, den Elfriede Jelinek selbst einliest und der vom Band zu hören ist", so Regisseur Ernst Marianne Binder von dramagraz am Donnerstag.

"Ohne dass die Worte Fukushima oder Atomkraft fallen, ist 'Kein Licht' ein Geisterszenario nach dem Super-GAU, ein Beckett-haftes Endspiel, das abrechnet mit unserem bedingungslosen Glauben an die Beherrschbarkeit der Technik und in dem die Schreie der totgeschwiegenen Opfer gespenstisch widerhallen", beschreibt Jelinek ihren Text.

Die Produktion ist eine Zusammenarbeit zwischen dramagraz und dem KosmosTheater Wien, wo es anschließend eine Aufführungsserie geben wird. Es spielen Werner Halbedl, Ronja Jenko, Eva Kessler, Mona Kospach, Gina Mattiello, Michaela Purgstaller, Ninja Reichert und Libgart Schwarz. Darüber hinaus besteht eine Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste in Bern, dem Musikfestival Bern und dem Theater Faimme.   (APA, 27.6.2013)