Die Wiener Börse hat am Dienstag in einem mehrheitlich schwächeren europäischen Umfeld mit einem hauchdünnen Minus geschlossen. Der ATX fiel um minimale 0,08 Punkte auf 2.298,16 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund zwölf Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.310 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,13 Prozent, DAX/Frankfurt -0,17 Prozent, FTSE/London -0,18 Prozent und CAC-40/Paris -0,36 Prozent.

Gute Vorgaben von den asiatischen Börsen hatten in der Früh noch für eine positive Stimmung an den Aktienmärkten gesorgt. Ein überraschend schwach ausgefallener Richmond-Fed-Index aus den USA drückte jedoch am späten Nachmittag einige europäische Leitbörsen in den roten Bereich. Auch der ATX sackte in die Verlustzone ab und konnte sich bis Handelsschluss nicht über die Nulllinie vorarbeiten.

In Wien richtete sich das Augenmerk unter anderem auf AT&S. Die Papiere schlossen mit einem satten Plus von 12,68 Prozent auf 7,20 Euro an der Spitze der Kurstafel, nachdem der Halbleiterhersteller am Montag nach Börsenschluss seine Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben hatte. In diesem Zeitraum hat AT&S einen Nettogewinn von 6,61 Mio. Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von 6,10 Mio. Euro zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 17 Mio. auf 143 Mio. Euro.

Damit konnte AT&S die Erwartungen der von der APA befragten Analysten übertreffen. Auch für die Wertpapierexperten der Berenberg Bank konnte das Unternehmen die Erwartungen des Konsensus im ersten Quartal erfüllen. Die Analysten haben dementsprechend ihr Kursziel für AT&S von 6,60 auf 8,00 Euro erhöht. Das Votum bleibt bei "Hold".

RHI sackten dagegen um 6,03 Prozent auf 23,29 Euro ab und hielten damit die rote Laterne im prime market. Am Montagabend hatte der Feuerfestkonzern seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten revidiert. Probleme bei der neu errichteten Schmelzanlage in Norwegen würden "das Ergebnis über die nächsten Monate voraussichtlich im hohen einstelligen Millionenbereich belasten", teilte das Unternehmen mit.

Die Analysten der Baader Bank glauben, dass die Senkung der Ergebnisschätzung das Sentiment der Anleger gegenüber RHI für eine Weile negativ beeinträchtigen wird. Sie nehmen die Aktie aus ihrer Liste der "top-picks" heraus, bleiben jedoch positiv eingestellt betreffend der langfristigen Perspektiven des Unternehmens. Indessen haben die Experten der Citigroup Kursziel für die Aktien von 23,10 Euro auf 25,0 Euro angehoben. Die Empfehlung "neutral" blieb unverändert.

Die Uniqa Versicherung hat indessen eine Ergänzungskapitalanleihe über 350 Millionen Euro bei institutionellen Investoren in Europa platziert. Die Erlöse dienen der Rückzahlung eingezogener oder noch einzuziehender Ergänzungskapitalanleihen von konzerneigenen Gesellschaften. Hintergrund der Anleihe sind kommende strengere Kapitalregeln für Versicherer (Solvency II). UNIQA gingen mit einem Plus von 0,70 Prozent auf 10,06 Euro aus dem Handel.

In den Blickpunkt rückte außerdem die voestalpine, nachdem das deutsche Bundeskartellamt das Unternehmen in der Causa Schienenkartell mit einer Geld von 6,4 Mio. Euro belegt hatte. Die Anleger zeigten sich jedoch unbeeindruckt von der Nachricht, die Aktien legten 0,66 Prozent auf 28,25 Euro zu. (APA, 23.7.2013)