Kabul - Bei einem Bombenanschlag auf das indische Konsulat in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sind neun Menschen getötet und 23 weitere verletzt worden. Wachen hätten an einem Kontrollpunkt vor dem Konsulat ein verdächtiges Auto gestoppt, teilte der Gouverneur der Provinz Nangarhar, Gul Agha Schersai, mit. Zwei Attentäter seien aus dem Auto gesprungen und ein Schusswechsel habe begonnen. Der dritte habe eine Bombe gezündet.

Von den indischen Mitarbeitern des Konsulat wurde niemand verletzt. Durch die Detonation seien aber eine benachbarte Moschee sowie Wohnhäuser und Geschäfte schwer beschädigt worden. Bei den Toten soll es sich um Zivilisten handeln. Ein afghanischer Soldat sei unter den Verletzten, hieß es. Dschalalabad ist ein Brennpunkt des Kampfes der radikal-islamischen Taliban gegen die Regierung.

Indien verurteilte den Anschlag und machte ausländische Kräfte dafür verantwortlich, ohne diese genauer zu benennen. Die beiden Erzfeinde Indien und Pakistan bemühen sich um Einfluss in Afghanistan. In Pakistan finden die Taliban Unterstützung, die in Afghanistan immer wieder Anschläge verübt haben. Die Taliban bestritten jedoch eine Verwicklung in den Anschlag vom Samstag.

Das Attentat zeigt indes die Probleme, die nach dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan 2014 vor dem Land stehen werden. Dann sind die afghanische Polizei und die Armee allein für die Sicherheit verantwortlich.

Die USA hatten am Donnerstag vor der Gefahr von Anschlägen der Extremisten-Organisation Al-Kaida und mit ihr verbündeter Islamisten vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika gewarnt. Am Sonntag sollen deswegen 21 US-Botschaften und Konsulate in den Regionen geschlossen bleiben, auch die Vertretung in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Auch Deutschland und andere westliche Staaten haben ihre Sicherheitsvorkehrungen in den Ländern verschärft. (Reuters, 3.8.2013)