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Andreas Brandstetter über das Osteuropa-Engagement: "Kein Unternehmen, das Geld verbrennt, aber einige, die absolut wenig verdienen."

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Wien - Nach Worten von Uniqa-Chef Andreas Brandstetter gibt es definitiv keinen Plan B, also einen Finanzinvestor hereinzunehmen, sollte es mit der geplanten Kapitalerhöhung nicht klappen. Das erklärte Brandstetter im Interview im "WirtschaftsBlatt".

Zeitpunkt offen

Die Frage, ob die Kapitalerhöhung ("Re-IPO") noch heuer kommen wird, ließ der Uniqa-Chef weiter offen. "Wir haben in unserer Strategie 2011 klar kommuniziert, dass wir eine Kapitalerhöhung für 2013 oder 2014 ins Auge fassen und dass sich die bestehenden Aktionäre auf bis zu 51 Prozent zurückziehen. An diesem Ziel halten wir fest, wir bereiten uns auch darauf vor und wir warten nun auf den guten Zeitpunkt. Ich kann aber nicht sagen, ob das noch heuer sein wird oder nächstes Jahr."

Zu Marktgerüchten, wo von einem Volumen zwischen 500 Millionen bis einer Milliarde Euro ausgegangen wird, meinte Brandstetter nur: "Wir würden eine Kapitalerhöhung nur dann machen, wenn sie signifikant ist."

Hintergrund der Kapitalerhöhung sei, "dass wir uns langfristig stärker aufstellen wollen." Nachsatz: "Wir müssen unsere Strategie inhaltlich auch dann nicht ändern, wenn es keine Kapitalerhöhung gibt. Dann wären wir mit weniger Kapital ausgestattet."

Keine Zukäufe eingeplant

Was Zukäufe betrifft, so hat die Uniqa laut Brandstetter "keine Akquisitionen eingeplant, um unser Ziel zu erreichen, die Kundenanzahl bis 2020 zu verdoppeln." Man habe sehr heterogene Märkte "wie Polen oder Kroatien, wo wir Nummer acht und sieben sind. In anderen wie der Ukraine sind wir stark. Ich glaube, dass der Markt für Akquisitionen in den nächsten 24 Monaten aufgehen wird, weil sich westeuropäische Gesellschaften zurückziehen und weil auch lokale Eigentümer - Stichwort Solvency II -unter Druck kommen werden." Die Uniqa sondiere die Märkte und schaue sich ein mögliches Akquisitionsziel intensiver an.

In Osteuropa habe die Uniqa "kein Unternehmen, das Geld verbrennt, aber einige, die absolut wenig verdienen", so Brandstetter. In Rumänien habe man letztes Jahr und auch im ersten Quartal keinen Gewinn gemacht. "Es gibt sonst kein Land, das mir finanzielle Schwierigkeiten bereitet", meinte der Uniqa-Chef im Interview. "Ich schwöre Ihnen, Osteuropa wird zurückkommen. Unsere klare Strategie ist es, in Osteuropa zu wachsen und kein Kapital zu verbrennen." (APA, 5.8.2013)