Bild nicht mehr verfügbar.

Montagmittag wird der Hamburger verkostet, dessen Fleisch im Labor aus Stammzellen einer Kuh hergestellt wurde.

Foto: REUTERS/Francois Lenoir

Eigentlich hätte das Spektakel schon im Oktober 2012 stattfinden sollen. Aber wie so oft dauert es erstens länger, und zweitens, als man denkt. Die Rede ist vom ersten Hamburger, der mit Fleisch gefüllt ist, das im Labor aus Stammzellen einer Kuh hergestellt wurde. Montagnachmittag wurde er im Rahmen einer groß inszenierten und im Netz übertragenen Pressekonferenz vorgestellt und von zwei Test-Essern gekostet.

Die treibende Kraft hinter dem Projekt ist der niederländischer Physiologe Mark Post von der Universität Maastricht, der sein Projekt im Februar 2012 der Öffentlichkeit vorstellte. Der Hamburger wurde nicht nur später fertig als angekündigt, er ist auch etwas teurer als ursprünglich gedacht. Statt 250.000 Euro kostet der Hamburger nun 280.000 – was kaum mehr einen Unterschied macht.

Mäzen will anonym bleiben

Der Financier des Projekts, der zuerst anonym bleiben wollte, lüftete am Montag doch seine Identität: Der Google-Co-Gründer Sergey Brin gab bekannt, das Projekt aus Tierschützgründen finanziert zu haben - um die Zahl der wegen ihres Fleisches getöteten Tiere zu verringern. Laut Post könne Fleisch aus dem Labor den für die Fleischproduktion benötigten Energieaufwand um rund 40 Prozent senken und damit den aus der Nutztierhaltung resultierenden Ausstoß von Treibhausgasen verringern. Zudem muss kein Tier getötet werden: Die Zellenextraktion ist harmlos.

Die Ökobilanz ist aber auch noch aus anderen Gründen sehr viel besser. Der Labor-Burger reduziert die Treibhausgas-Emissionen um 96 Prozent und braucht nur 1 Prozent der Landfläche, die ein "echtes" Fleischlaberl benötigt. (tasch/red, DER STANDARD, 5.8.2013)