Wiener Neustadt/Wien/Rom - Im grenzüberschreitenden Rechtsstreit um die sechsjährige Sofia findet am Mittwoch (18.00 Uhr) auf dem Ballhausplatz in Wien eine Demonstration "gegen die Abschiebung" des Mädchens statt. Zur Teilnahme aufgerufen wird u.a. auf der Facebook-Seite "Sofia Povse - Stoppt die Abschiebung".

Die Mutter ist mit dem Kind weiterhin untergetaucht. Rechtsanwältin Astrid Wagner sagte am Montag, dass sie keinen Kontakt habe. Sie wisse allerdings, dass bei der Frau eine posttraumatische Belastungsreaktion festgestellt worden sei und ihre Mandatin laut einem Arzt dringend Ruhe und Schonung brauche. Ob sich die Mutter stellen werde, hänge von ihrer Gesundung ab.

Rückführung

Sofia sollte am 24. Juli nach Italien gebracht werden. Sie war bei dem Rückführungstermin allerdings ebenso wie ihre Mutter nicht zu Hause. Der in Italien lebende Kindsvater hatte eine Übergabe der Sechsjährigen gerichtlich durchgesetzt. Ob bzw. wann es einen weiteren Termin zur Rückführung von Sofia geben wird, wollte Hans Barwitzius, Sprecher des Landesgerichts Wiener Neustadt, am Montag nicht sagen. "Man wird sich überlegen, wie man weiter vorgehen wird."

Ermittlungsverfahren wegen Kindesentziehung

Unterdessen ist bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ein Ermittlungsverfahren wegen Kindesentziehung gegen die Mutter anhängig. "Der Sachverhalt wird geprüft", sagte Staatsanwalt Erich Habitzl. Das Verfahren gehe auf eine Anzeige des Kindsvaters vom 25. Juli zurück.

Das Bezirksgericht Wiener Neustadt hat einen Antrag der Mutter auf Aufschiebung der Vollstreckung des Beschlusses über die Rückführung des Mädchens nach Italien abgelehnt. Noch ausständig ist ein Beschluss über einen von Rechtsanwältin Wagner beim Landesgericht Wiener Neustadt eingebrachten Rekurs unter Berufung auf die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. (APA, 5.8.2013)