Bild nicht mehr verfügbar.

In der Diskussion: Bildungspflicht oder Schulpflicht ?

Foto: APA/Fohringer

Wien - Wenig Freude hat der Bildungswissenschafter Stefan Hopmann (Uni Wien) mit einer Bildungspflicht. Diese sei eine "Verlängerung des Elends" und zudem teuer, so Hopmann im Ö1-"Mittagsjournal". Die betroffenen Jugendlichen noch "Extrarunden drehen zu lassen" entlaste höchstens das AMS und ähnliche Einrichtungen.

Wesentlich sinnvoller und kostengünstiger wäre es, die Kinder schon im Kindergarten und der Volksschule besser zu beobachten und deren Sprachentwicklung und Mathematik-Verständnis zu fördern. Das sei "per saldo sehr viel effektiver, erfolgswahrscheinlicher, kostengünstiger und besser als zu warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen und ersoffen ist und ich's dann für teures Geld wieder rausfischen möchte", so Hopmann.

Schlechte Chance für Nachzügler

Zahlen der Statistik Austria zeigen wiederum: Wer derzeit den Abschluss der Sekundarstufe I (Hauptschule, AHS-Unterstufe, Neue Mittelschule) nicht auf Anhieb bzw. kurz nach Ende der Schulpflicht schafft, hat nachher schlechte Chancen dafür.

Die Statistiker untersuchten die weitere Ausbildung von 14-jährigen Schüler des Schuljahres 2008/09. 2008/09 konnten rund 22.600 noch keinen Abschluss der Sekundarstufe I vorweisen, wobei aufgrund ihres Alters alle noch die Schule besuchten. Zu Beginn des Schuljahrs 2009/10 hatten rund 6.200 nach wie vor keinen Abschluss erreicht, wovon aber bereits 1.500 keine Ausbildung mehr absolvierten. Die restlichen rund 4.700 Jugendlichen verteilten sich vor allem auf Hauptschulen (2.200), Sonderschulen (1.000), Polytechnische und Berufsschulen (je 500).

Wiederum ein Jahr später (2010/11) standen noch 3.900 dieser Jugendlichen ohne Hauptschul-/Neue Mittelschul-/AHS-Unterstufenabschluss da. Nun waren aber schon 2.200 nicht mehr in Ausbildung, die restlichen 1.700 waren vor allem an Berufsschulen (1.000) und Sonderschulen (500) zu finden, für die es jeweils keinen Sekundarschulabschluss als Aufnahmevoraussetzung gibt. Erneut ein Jahr später hatte sich die Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss kaum verringert (3.700). 2.400 waren gar nicht mehr in Ausbildung, der Rest verteilte sich nach wie vor auf Berufs- (1.000) und Sonderschulen (300). (APA, 6.8.2013)