Unmittelbar vor dem fünften Jahrestag des russisch-georgischen Konflikts um die Kaukasusregion Südossetien hat Russlands Premier Dmitri Medwedew in einem Interview mit dem georgischen Fernsehen die russische Militärintervention verteidigt. "Wir waren gezwungen, auf diese Weise auf die aggressiven Handlungen der georgischen Streitkräfte zu reagieren", sagte Medwedew, der 2008 als russischer Präsident den Einsatzbefehl gegeben hatte.

Die Verantwortung für den Konflikt liege bei der damaligen georgischen Führung um Präsident Michail Saakaschwili, deren politisches Vabanquespiel sich in "ein Kriegsverbrechen auswuchs". Die Handlungen Russlands hingegen hätten die "Lage beruhigt". Ihm sei die Entscheidung für den Militäreinsatz zwar schwergefallen, aber "es wurde alles richtig gemacht", betonte Medwedew.

Nach dem Fünftagekrieg zwischen Russland und Georgien erkannte Moskau offiziell die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien an. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Moskau und Tiflis wurden abgebrochen. Inzwischen gibt es erste Anzeichen einer Annäherung: So hat die neue georgische Führung erklärt, dass georgische Sportler an den Olympischen Spielen in Sotschi teilnehmen werden. Medwedew begrüßte die Entscheidung als "entpolitisiert und richtig". Er sprach sich zugleich für eine Vereinfachung des Visaregimes und des Handels aus. (André Ballin aus Moskau, DER STANDARD, 8.8.2013)