Bild nicht mehr verfügbar.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan fordert Türkinnen auf, mindestens drei Kinder zu gebären - das zu fordern, sei das Recht der Regierung.

Foto: ap/Adem Altan

Istanbul - Zum Ende des Fastenmonats Ramadan melden sich auch Politiker wieder zu Wort: Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Frauen im Land erneut aufgefordert, mindestens drei Kinder in die Welt zu setzen. Bei einer Rede anlässlich einer Feier zum Ende des Ramadan sagte er, es sei "sein Recht als Regierungschef dies zu fordern".

"Wir müssen unsere Nation unterstützen", sagte der Ministerpräsident während einer aus Istanbul vom Fernsehsender NTV übertragenen Rede. Erst im Juni hatte die türkische Regierung mit Plänen für eine mögliche Verschärfung des Abtreibungsrechts für Protest bei Frauenverbänden gesorgt. Entsprechend hitzig fielen auch erste Reaktionen beim Kurznachrichtendienst Twitter aus: "Das ist Faschismus, es ist frauenfeindlich", ist da unter anderem zu lesen. 

Abtreibungspille vom Markt verbannt

Das in der Türkei seit 1983 bestehende Recht auf Schwangerschaftsabbruch sollte nach den Plänen des Ministerpräsidenten auf eine Frist von vier Wochen verkürzt werden. Er wollte auch Abtreibungen nach Vergewaltigungen verbieten lassen. Nach wochenlangem Protest von Feministinnen konnten die Pläne der AKP jedoch nicht durchgesetzt werden. Nur wenige Wochen danach allerdings berichtet die Organisation "Woman on Waves", dass die türkische Regierung das Arzneimittel Misoprostol, das beim medikamentösen Abbruch angewendet wird, vom Markt genommen hat. (APA, red, dieStandard.at, 9.8.2013)