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OMV liegt deutlich über den Analysten-Erwartungen.

Foto: Reuters/Heinz-Peter Bader

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Grafik: APA

Wien - Der börsenotierte Öl- und Gaskonzern OMV hat mit unerwartet guten Ergebniszahlen für das erste Halbjahr 2013 überrascht. Der Betriebserfolg (EBIT) legte um 26 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro zu, unterm Strich blieb ein Nettogewinn (Periodenüberschuss) von 1,29 Milliarden Euro, um 31 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2012, wie die OMV bekanntgab. Analysten hatten das EBIT etwa auf dem Niveau des Vorjahres erwartet und beim Nettogewinn sogar mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Beim Umsatz legte die OMV im Halbjahr um 5 Prozent auf 21,345 Milliarden Euro zu. Die Nettoverschuldung wurde auf 2,18 Milliarden Euro halbiert, die Investitionen dennoch um ein Viertel auf 1,12 Milliarden Euro aufgestockt. Der Mitarbeiter-Abbau im Konzern geht unterdessen weiter, im der ersten Hälfte dieses Jahres beschäftigte die OMV 27.170 Leute, um sieben Prozent weniger als zur gleichen Zeit vor einem Jahr.

Im zweiten Quartal betrug das Umsatzplus 6 Prozent auf 10,568 Milliarden Euro. Das EBIT legte um sieben Prozent auf 667 Millionen Euro zu, der Nettogewinn (Periodenüberschuss) gab hingegen um 5 Prozent auf 343 Millionen Euro nach. 

Sondereffekte durch Anlagenverkäufe

Dass die OMV so gute Halbjahreszahlen vorlegen konnte, liegt vor allem an Sondereffekten, die mit insgesamt 428 Millionen Euro zu Buche schlugen, während sie das Ergebnis in der ersten Jahreshälfte 2012 noch um 139 Millionen Euro nach unten gedrückt hatten. Darauf entfallen 444 Millionen Euro allein auf Anlagenverkäufe im ersten Quartal 2013.

Vor allem rückläufige Verkäufe in Libyen, Großbritannien und Neuseeland sowie niedrigere Rohölpreise und ein gegenüber dem Euro schwächerer US-Dollar haben das Betriebsergebnis der OMV im zweiten Quartal belastet. Die Explorationsaufwendungen war um 72 Prozent höher als im 2. Quartal 2012. Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas lag mit 297 kboe um 3 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals 2012. Für das Gesamtjahr 2013 geht die OMV von einer Produktion etwa auf dem Niveau von 2012 aus.

Das Clean CCS EBIT (um Sonder- und Lagerhaltungseffekte bereinigt) sank im zweiten Quartal gegenüber dem Vergleichsquartal 2012 um 15 Prozent auf 733 Millionen Euro, im Halbjahr betrug es 1,584 Milliarden Euro (-5 Prozent).

Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten brach im zweiten Quartal auf 321 Millionen Euro ein, nach 455 Millionen Euro vor einem Jahr. Im Halbjahr betrug der Rückgang 20 Prozent auf 671 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie legte im Halbjahr um 38 Prozent auf 3,10 Euro zu - ohne Sonder- und Lagerhaltungseffekte hätte es 2,06 Euro betragen. Im zweiten Quartal betrug das Ergebnis je Aktie 0,69 Euro (-20 Prozent).

Aus ihrer Betriebstätigkeit hat die OMV im ersten Halbjahr einen Cashflow von 2,607 Milliarden Euro (+45 Prozent) generiert. Der Verschuldungsgrad (Gearing) wurde von 31 auf 15 Prozent reduziert. Die OMV rechnet damit, dass der durchschnittliche Brent-Rohölpreis heue weiterhin über 100 Dollar pro Barrel liegen wird. Die Raffinerie-Margen sollen "auf einem moderaten Niveau" bleiben. Die Marketing-Verkaufsmengen dürften wegen der schwachen Nachfrage unter Druck bleiben. (APA, 13.8.2013)