Wien - Die Österreichische Post AG treibt ihren Expansionskurs voran. Sie hat sich mit 40 Prozent an der neu gegründeten deutschen Firma AEP beteiligt, betätigte die Post auf Anfrage eine Bericht des deutschen "Handelsblatts". Auch Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) hat sich mit "25 Prozent plus" beteiligt.

Neue Nische

Der Zukauf würde hervorragend in die Strategie der Post passen, das nachlassende Briefgeschäft mit verstärkten Initiativen im Paketsektor zu kompensieren. Die Post setze hier auf die sehr schlanke Struktur ihrer Tochterfirma Trans-o-flex, so Post-Sprecher Michael Homola.

Hinter AEP sollen die beiden ehemaligen Celesio-Manager Markus Eckermann und Jens Graefe stehen. "Unser Ziel ist es ganz klar, ein alternatives Angebot mit attraktiven Konditionen für die Apotheker zu etablieren", sagte Graefe der Zeitung. Trans-o-flex erzielte 2012 mit 1.320 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 527 Millionen Euro. Das Unternehmen befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Post AG.

12.000 Apotheken beliefert

Neben der Post und Partner der Unternehmensberatung Lexington ist auch der ehemalige österreichische Wirtschaftsminister Bartenstein ein Teilhaber von AEP, bestätigte er einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Es handle sich um einen "Diskont-Logistiker" mit einem neuen Großkundenkonzept. 

Trans-o-flex hält rund 70 Prozent Marktanteil im deutschen Direktgeschäft der Pharmahersteller mit den Apothekern und beliefert täglich mehr als 12.000 Apotheken.

Margenarmes Geschäft

Die Arzneimittel-Preisverordnung billigt den deutschen Pharmagroßhändlern bisher eine Handelsmarge von etwa 5,5 bis sechs Prozent zu, wovon diese einen Teil in Form von Rabatten an die Apotheker weiterreichen. Der Löwenanteil der Handelsspanne indes wird wegen der zahlreichen Auslieferungslager von den Betriebskosten aufgezehrt. Sie bewegen sich im Schnitt zwischen vier und fünf Prozent vom Umsatz.

Rabatte will AEP dabei einheitlich für alle Apotheken gewähren und nicht wie die etablierten Konkurrenten abhängig vom Umsatz, schreibt das "Handelsblatt". (APA, 13.8.2013)