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Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass es bei Hitze auch mehr andere stressbeeinflusste Erkrankungen wie Herzinfarkte gebe.

Foto: APA/BARBARA GINDL

Zürich - Während einer Hitzewelle müssen mehr Menschen wegen Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen notfallmäßig ins Spital. - Das zeigt die Studie eines Schweizer Forscherteams, die nun im Fachjournal "American Journal of Gastroenterology" veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Hitzestress, dem der Körper in solchen Perioden ausgesetzt ist, und die zunehmende Belastung durch Bakterien dafür verantwortlich sind.

Wenn es länger sehr heiß ist, leiden mehr Menschen an Magen-Darm-Infektionen und an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Mit jedem Hitzetag nehme das Risiko für Magen-Darm-Infekte um rund fünf Prozent zu. Bei chronischen Darmerkrankungen steigt das Risiko für einen Schub ebenfalls um knapp fünf Prozent, berichten die Schweizer Forscher.

Für die Studie wurden sämtliche Aufnahmen ins Universitätsspital Zürich (USZ) wegen derartiger Probleme von 2001 bis 2005 erfasst. In Summe waren das 786 Patienten mit Magen-Darm-Infektionen und 738 Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Diese Fälle verglichen sie mit Wetterdaten, insbesondere dem Hitzesommer 2003 mit insgesamt 17 Hitzewellen.

Hitze und Bakterien

Die größten Auswirkungen der hohen Temperaturen haben die Forscher jeweils sieben Tage nach einer Hitzewelle festgestellt. Eine Erklärung hierfür könne sein, dass Hitzewellen zu erhöhtem körperlichem Stress führen. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass es bei Hitze auch mehr andere stressbeeinflusste Erkrankungen wie Herzinfarkte gebe.

Auch das verstärkte Bakterienwachstum durch Wärme könnte eine Rolle spielen, sagt Erstautorin Christine Manser vom USZ. Die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen werden durch das Immunsystem des Körpers aufrecht erhalten. Verändert sich die Darmflora durch die Hitze, könnte dies das Immunsystem stimulieren und die Symptome verschlechtern.

Bei den Magen-Darm-Infektionen spiele eine Rolle, dass Bakterien auf Lebensmitteln rascher wachsen. Da die Erkrankungen bei Hitze jedoch nicht direkt, sondern um eine Woche verzögert auftreten, hält Manser es für wahrscheinlicher, dass - wie bei den chronischen Fällen - der körperliche Stress verantwortlich ist. Bei der Kontrollgruppe, die an anderen Darmerkrankungen - etwa nach einer Strahlentherapie - litt, spielte die Hitze indes keine Rolle. (APA/red, derStandard.at, 14.8.2013)