Sydney - Vor der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel sind 106 Flüchtlinge von ihrem sinkenden Boot gerettet worden. Lediglich zwei Insassen erlitten leichte Verletzungen, teilten Rettungskräfte am Dienstag mit. Das Boot hatte in der Früh einen Notruf abgesetzt, auf den mehrere Schiffe reagierten, wie die Küstenwache mitteilte. Es befand sich demnach rund 120 Seemeilen (222,2 Kilometer) nördlich der Weihnachtsinsel, als es zu kentern begann.

Der Umgang mit der steigenden Zahl an Flüchtlingen ist in Australien ein sehr brisantes Thema. In diesem Jahr kamen nach offiziellen Angaben bisher 18.000 Flüchtlinge in dem Land an. Der Weg nach Australien über das Meer ist sehr riskant, mehrere hundert Menschen sind beim Versuch der Überfahrt schon ertrunken. Zuletzt kamen im Juli mindestens 15 Flüchtlinge ums Leben, darunter sechs Kinder, als ihr Boot nahe der indonesischen Küste sank.

Wahlkampfthema

Die Flüchtlingsfrage spielt auch eine große Rolle im Wahlkampf vor den australischen Parlamentswahlen am 7. September. Premierminister Kevin Rudd von der Labor-Partei erklärte im Juli, gemäß eines mit dem Inselstaat Papua-Neuguinea geschlossenen Abkommens würden Bootsflüchtlinge künftig dorthin geschickt und erhielten keinesfalls Asyl in Australien. Auch Rudds Herausforderer, der Konservative Tony Abbott, spricht sich für schärfere Regeln im Umgang mit den Flüchtlingen aus. (APA, 20.8.2013)