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In Reaktion auf die Anklage hat Sinovel seine Aktivitäten in den USA beendet und Beteiligungen verkauft. (Symbolfoto)

Foto: apa/burgi arno

Klagenfurt - Ein US-amerikanischer Staatsanwalt hat Anklage gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Windradentwicklers Windtec, heute AMSC Austria, in Klagenfurt sowie gegen zwei Manager des chinesischen Unternehmens Sinovel erhoben. Den Angeklagten drohen 35 Jahre Haft, Sinovel könnte zu einem Bußgeld von maximal 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) verdonnert werden, berichtet die Tageszeitung "Die Presse". Der Ex-Windtec-Mitarbeiter, ein 40-jähriger Serbe, wurde im September 2011 in Klagenfurt wegen Industriespionage zu drei Jahren teilbedingt verurteilt und hat seine Strafe bereits abgesessen.

"Versuchter Firmenmord"

Die Zeitung zitiert aus der Anklageschrift von Staatsanwalt John Vaudreuil. Dort heißt es demnach: "Das war nichts anderes als ein versuchter Firmenmord." In Reaktion auf die Anklage hat Sinovel seine Aktivitäten in den USA beendet und Beteiligungen verkauft. Parallel zu dem bevorstehenden Verfahren wird sich auch die Justiz in China mit der Causa beschäftigen. Das chinesische Höchstgericht hat zugestimmt, den Fall anzuhören. Es soll geklärt werden, ob sich auch ein chinesisches Gericht mit dem Fall beschäftigen soll oder nicht.

Der in Klagenfurt verurteilte Serbe hatte den Chinesen einen Quellcode für 15.000 Euro verkauft. Ihm war außerdem ein Job bei Sinovel angeboten worden. Der AMSC-Anwalt hatte beim Prozess den Schaden für seinen Mandanten mit 250 Millionen Dollar beziffert. Der Angeklagte wurde damals zur Zahlung von 200.000 Euro und einer dreijährigen Haftstrafe, zwei Jahre davon bedingt, verurteilt. (APA, 23.8.2013)