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Offen zugänglich oder aber ein Fall für Patentanwälte: Ein Mais-Setzling.

Foto: REUTERS/Peter Newcomb

Wien - Unter dem Motto "Open Culture" findet die diesjährige achte Ausgabe des Paraflows-Festivals von 12. September bis 12. Oktober in Wien statt. Festivalleiter Günther Friesinger stellte am Donnerstag die Schwerpunkte vor.

Das Festival findet primär im Kunstverein "Das weiße Haus" statt, wo neben einer Ausstellung mit 15 künstlerischen Positionen zwischen Videoinstallation, Kochperformance und kreativer Datenverarbeitung auch die Konzertreihe "re_composed" stattfinden wird. An vier Tagen gibt es dabei bei freiem Eintritt unter anderen Elektronikmusiker Ulrich Troyer und das Trio DeepseafishK mit ihren "HorizontalSaitenInstrumenten" zu erleben.

Insgesamt nähere man sich dem Hauptthema aus verschiedenen Richtungen, so Friesinger: "Es ist auch sehr aktuell. Wie gehen wir mit Daten um, wie gehen Konzerne mit unseren Daten um?" Diese Fragen adressiert beispielsweise das Symposium von 13. bis 15. September im Museumsquartier. "Es gibt Indizien, dass die Offenheit von Daten Produktivitätskraft bringt", unterstrich auch der Philosoph Herbert Hrachovec. Andererseits sei die zunehmende Wahrnehmung zu beobachten, "dass Offenheit von Daten so einfach und taxfrei nicht ist". Beispiele dafür seien nicht zuletzt "schwarze Gruben" wie Google und Facebook. Hrachovec: "Da erscheinen Wirkungen, die uns nicht recht sind."

Dem digitalen Datenfluss aus einer anderen Perspektive nähert sich die in Kooperation mit dem Festival stattfindende "School of Data" ab Oktober. In vier Kursmodulen können Interessierte sich mit Open Data näher auseinandersetzen, um diese auch "flächendeckend nutzbarer, verständlicher und greifbarer zu machen", wie Joanna Kowolik erklärte. Neben Bezugsmöglichkeiten oder Best-Practice-Beispielen wird auch eine "Visualisierung im Raum", etwa mittels alltäglichen Gegenständen wie Schnüren oder Holzstücken, eine Rolle spielen.

Dazu wird im "Weißen Haus" der Weg vom Saatgut bis zum fertigen Gericht nachvollzogen, Widerstände gegen die industriegesteuerte EU-Standardisierung  sind Hintergrund. In Kooperation mit dem Verein Arche Noah werden Saatgut und Pflanzen seltener Sorten zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Ausstellung dient ein über den Sommer gezogener "Pop-up Garden" dabei als Lebensmittellieferant für die Eröffnungsfeier. (APA, 29.8.2013)