Es ist ein überschaubarer Rahmen, in dem am Freitagvormittag der Wahlkampfauftakt der Piratenpartei stattfindet: eine Pressekonferenz in angemieteten Büroräumlichkeiten in Wien-Neubau.

Eine Handvoll Aktivisten stellen geborgte Plakatständer auf, das Bild des ehemaligen Bezirksvorstehers der Josefstadt, Heribert Rahdjian, damals von den Grünen, lugt noch hervor, bis es ein Pirat überklebt. "Vertraue keinem Plakat", ist jetzt in großen Lettern zu lesen. Man sei noch keine etablierte Organisation, daher sei halt alles ein wenig improvisiert, erklärt Christph Ulbrich, einer der Funktionäre der Piratenpartei, vor der Veranstaltung.

15.000 Euro für Wahlkampf

Ulbrich zählt sich zum inneren Kern der Piraten, er ist zwar kein Vorstand, aber immerhin Großspender. 250 Euro hat er lockergemacht, und er würde nicht zögern, noch einmal zu spenden. Insgesamt stehen den Piraten nur 15.000 Euro für den Nationalratswahlkampf zur Verfügung. Die Kleinpartei hat jedoch genügend Unterstützungserklärungen gesammelt, um bundesweit kandidieren zu können. 

Christopher Clay, Mitglied des Bundesvorstands und auf Platz fünf der Bundesliste, sieht die Chancen für einen Einzug in den Nationalrat trotzdem in "greifbarer Nähe". Mehr als 900 Mitglieder habe man schon, außerdem müsse man das Engagement der Piraten langfristig sehen: "Wir sind gekommen, um zu bleiben."

"Auch du wirst überwacht"

Im Wahlkampf wollen die Piraten vor allem mit Datenschutz punkten. "Auch du wirst überwacht", steht etwa auf den Plakaten. Kernbotschaft der jungen Partei: "Keine Zukunft ohne uns". Dabei wollen die Piraten laut Wahlkampfmanager Franz Fuchs thematisieren, was andere Parteien verschweigen würden, beispielsweise die NSA-Affäre. Auch Transparenz der Parteienfinanzierung sei ein wichtiges Thema der Piraten. Mit dem System der Liquid Democracy wollen die Piraten erreichen, dass engagierte Bürger auch zwischen den Wahlen Einfluss nehmen können. Die Kleinpartei setzt sich außerdem für  ein bedingungsloses Grundeinkommen ein.

Der Hype um die Piraten sei zwar mittlerweile vorbei, räumt Clay ein. Ein Hype berge aber immer die Gefahr des Absturzes, und den brauche er nicht: Er wolle "in Ruhe arbeiten". (tomw, derStandard.at, 30.8.2013)