Washington/Peking - China kann laut Studie die USA in den nächsten 20 Jahren nicht als stärkste Wirtschaftsmacht der Erde ablösen. Während China das Bruttoinlandsprodukt laut Hochrechnungen von derzeit 3,7 Billionen Euro auf 11 Billionen Euro steigern kann, liegen die USA im Jahr 2035 immer noch deutlich mit 19 Billionen Euro vorne (heute: 11 Billionen) .

Das ergab eine Untersuchung des Forschungsinstituts Prognos für die Tageszeitung "Die Welt". "China holt rasant auf, aber das wird längst nicht reichen, um die USA bis zum Jahr 2035 vom Thron zu stoßen", sagte Prognos-Chefökonom Michael Böhmer der Zeitung vom Freitag.

Die USA liegen künftig mit einem Anteil von 27 Prozent an der weltweiten Wirtschaftskraft vor China mit 16 Prozent. Deutschland folgt nach Japan und Indien nur auf Platz fünf (heute: vier) mit einem Anteil von etwa 4,6 Prozent. Einbezogen in die Studie zu 42 Ländern wurden Faktoren wie die demografische Entwicklung, aber auch die Verschuldungsziele und Prognosen zu Faktoren wie Ölpreis, Inflation und Handel.

China fürchtet Abkehr von US-Geldpolitik

China hat indes die USA aufgefordert, in ihrer Geldpolitik die "beträchtlichen Nebenwirkungen" für aufstrebende Volkswirtschaften zu berücksichtigen. Beim Gipfel der Industrie- und Schwellenländer (G-20) in St. Petersburg sagte Vizefinanzminister Zhu Guangyao am Donnerstag, China begrüße das wiederbelebte Wachstum in den USA, das gut für die Weltwirtschaft sei. Der angekündigte Abschied von der ultralockeren Geldpolitik der USA sorge aber für große Probleme in Schwellenländern, die Kapitalabflüsse und Abwertungsdruck auf ihre Währungen erlebten. Es sei aber noch nicht so schlimm, dass über Rettungspakete gesprochen werden müsse. (APA, 6.9.2013)