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Das zum Zeitpunkt der Aufnahme (März 2013) noch in Bau befindliche Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels.

Foto: APA/RUBRA

Wels - Für die 1.170 Quadratmeter große Halle im Erdgeschoß kuratierte Florian Steininger (BA Kunstforum) eine umfassende Schau zur Geschichte österreichischer Malerei ab 1950 - abgesehen von wenigen Ausnahmen wie Bettina Patermo oder Maria Moser hier übrigens eine rein männliche. Den ersten Stock kuratiert der Leiter, Peter Assmann, selbst und widmet etwa Josef Bauer (Jahrgang 1934) einen ganzen Raum.

Assmann zeigt sich froh, dass Heinz Angerlehner viele auch frühe Textarbeiten und Fotografien des oberösterreichischen Künstlers besitzt, sodass sich aufschlussreiche Entwicklungsebenen auftun. Außerdem zeigt er Teile der vielfältigen grafischen Sammlung Angerlehners - etwa Anna Stangl, Therese Eisenmann, Moussa Kone, Alfred Hrdlicka. Assmann fühlt sich sichtlich wohl und gefordert in seiner neuen Position, wenngleich er betont: "Das hier ist nicht das Paradies."

Angerlehner habe ganz klare Vorstellungen, manchmal sei es notwendig zu streiten, so der ehemalige Direktor der oberösterreichischen Landesmuseen. Nach einer Teilung dieser Position in einen kaufmännischen und einen wissenschaftlichen Direktor gab Assmann im Jänner seinen Rücktritt bekannt.

Generell fehle es in Österreich an einer Kultur der Auseinandersetzung, auch jener mit Kunst, so Assmann. Heinz Angerlehner habe mit seinem neuen Museum in Thalheim bei Wels auch einen Raum dafür geschaffen, Kunstvermittlung sei einer der Schwerpunkte. Ob sich ein privater Sammler damit nicht auch das Monopol auf ein ästhetisches Geschmacksempfinden sichere? Assmann verneint, eine "beratungsresistente Geschmacksdominanz" habe er beim Unternehmer zum Glück nicht feststellen können. (wkh, DER STANDARD, 7./8.9.2013)