Brüssel - Die EU-Kommission plant ein Verbot von bestimmten Bioinvasoren, also nach Europa eingeschleppten Tier- und Pflanzenarten. EU-Umweltkommissar Janez Potocnik bezifferte die Zahl der Arten, die in Europa gebietsfremd seien, am Montag in Brüssel auf mehr als 12.000. Rund 15 Prozent davon würden erhebliche Probleme verursachen. Ihre Zahl steigt nach Angaben der EU-Kommission rasch an.

Den jährlichen Schäden durch diese invasive Arten schätzt die EU-Behörde auf mindestens zwölf Milliarden Euro. So stellen etwa die Asiatische Riesenhornisse oder die Asiatische Tigermücke eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar. Der Japanische Staudenknöterich verursache Schäden an Gebäuden, die Biberratte gefährde Kulturpflanzen in der Landwirtschaft. Die spätblühende Traubenkirsche verursache erhebliche Störungen des forstlichen Ökosystems, und Grauhörnchen würden Rothörnchen aus ihren angestammten Lebensräumen verdrängen. Nach dem Verlust natürlicher Lebensräume seien die fremden Arten die zweitwichtigste Ursache für den Verlust an Biodiversität.

Artenliste soll erstellt werden

Der Vorschlag von Potocnik sieht eine Liste invasiver gebietsfremder Arten vor, welche die EU-Kommission zusammen mit den EU-Staaten erstellen will. Bestimmte Arten sollen dann in der EU verboten werden. Einfuhr, Erwerb, Verwendung, Freisetzung und Verkauf sollen dann in der EU untersagt sein. Händlern, Züchtern oder Tierhaltern will die EU-Kommission mit Übergangsfristen entgegenkommen. Potocnik betonte, die Liste sei noch nicht erstellt. Dies müsse unter Heranziehung von Risikoabschätzungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen erst erfolgen. (APA/red, derStandard.at, 09.09.2013)