Rio de Janeiro/Washington - Brasiliens Regierung hat die USA im Zuge der NSA-Affäre aufgefordert, Berichte über eine mutmaßliche Ausspionierung des staatlichen Ölkonzerns Petrobras aufzuklären. Sollten sich die Medienberichte bewahrheiten, zeige dies, dass die US-Spionageversuche nichts mit Sicherheit oder Anti-Terror-Kampf zu tun hätten, sondern mit wirtschaftlichen und strategischen Interessen, erklärte Präsidentin Dilma Rousseff am Montagabend (Ortszeit).

Der Sender TV "O Globo" hatte unter Berufung auf geheime Unterlagen berichtet, der US-Geheimdienst NSA habe auch das Computer-Netzwerk von Petrobras, dem größten brasilianischen Unternehmen, ausspioniert. Zuvor hieß es in Medienberichten, Rousseffs Telefonate und E-Mails seien ebenfalls von der NSA erfasst und aufgezeichnet worden.

Solche Spionageversuche seien unvereinbar mit einem demokratischen Umgang unter befreundeten Ländern, sagte die Präsidentin. "Von unserer Seite werden wir alles tun, um das Land, die Regierung und die Unternehmen zu schützen." Brasiliens Außenminister Luiz Alberto Figueiredo Machado wollte die Vorwürfe diese Woche in den USA mit der Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan Rice, persönlich besprechen. (APA, 10.9.2013)