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Beppo Mauhart bewegte während seiner ÖFB-Amtszeit einiges.

Foto: APA/ Fohringer

Wien - Beppo Mauhart feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag. Er ist mit seiner mehr als 17-jährigen Regentschaft der längstdienende Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) nach 1945. Der einstige Germanistik- und Zeitungswissenschaft-Student hat einiges bewegt, reformiert und umstrukturiert. "Zu meiner Zeit ist der modernste Sportverband des Landes entstanden", betont Mauhart heute stolz.

Unter seiner Führung von Juni 1984 bis April 2002 erfolgte im ÖFB die Umstellung auf EDV und die Schaffung eines finanziell gesunden Fundaments durch bessere Vermarktung des Verbandes. Außerdem wurde das Stadion im Wiener Prater mit einer Vollüberdachung versehen und im Oktober 1986 mit dem Länderspiel gegen Deutschland (4:1) neu eröffnet. Auf sportlicher Ebene fielen die zwei WM-Qualifikationen 1990 (in Italien mit Teamchef Josef Hickersberger) und 1998 (in Frankreich mit Herbert Prohaska) in seine Amtszeit.

Meilensteine

Rückkehr zur Zehnerliga, Eigenständigkeit der Bundesliga, Gründung des "Club der Freunde der Nationalmannschaft", Verbesserung der Trainerausbildung und der Nachwuchsarbeit ("Vor mir gab es keine professionellen Betreuer für die Jugend und kein BNZ") und die Liberalisierung der Übertrittsbestimmungen für Nachwuchsspieler waren weitere Meilensteine des seit 1964 verheirateten Vaters eines Sohnes. Vier Jahre nach seiner Wahl zum ÖFB-Präsidenten erlebte Mauhart als Generaldirektor der Austria Tabak AG (1988 bis 1995) sein berufliches Highlight.

"Vater" der EURO 2008

Bekanntheitsgrad, Auftreten und Hartnäckigkeit prädestinieren den stets perfekt gekleideten "Manager der alten Schule" zum Proponenten für Großprojekte von nationaler Tragweite. Mauhart ist der eigentliche "Vater" der EURO 2008 in Österreich (mit Co-Ausrichter Schweiz), ein Projekt, das er trotz Rückschlägen hartnäckig weiterverfolgte und letztlich auch sein Nachfolger Friedrich Stickler mit dem Zuschlag am 12. Dezember 2002 als Erfolg verbuchen durfte.

"Die EM in Österreich war für mich die Krönung, nachdem es zuvor mit Ungarn als Partner für 2004 nicht geklappt hatte", sagt Mauhart, der als ÖFB-Präsident Verträge mit insgesamt acht Teamchefs - Branko Elsner, Josef Hickersberger, Alfred Riedl, Dietmar Constantini, Ernst Happel, Herbert Prohaska, Otto Baric und Hans Krankl - abgeschlossen hatte und sich bei seinen Entscheidungen laut Mitarbeitern ungern dreinreden ließ.

So soll Mauhart auch als Hauptgeldgeber der Wiener Austria ab 1977 (Austria Memphis/bis Juni 2004) viele Entscheidungen im Alleingang getroffen haben. Trotzdem oder gerade deshalb ist es ihm gelungen, den Fußballbund als Präsident auf Vordermann zu bringen. (APA, 12.9.2013)