Wien - Verstöße gegen die Arbeitszeitvorschriften, wie es sie bei der Hypo Hypo Alpe Adria Bank gegeben haben soll, sind in Österreich keine Ausnahme. Laut dem zentralen Arbeitsinspektorat seien im vergangenen Jahr 5.920 Verstöße registriert worden, berichtet der "Kurier" (Donnerstagausgabe), im Jahr 2011 waren es mit 6.700 Übertretungen noch mehr. Laut Sozialministerium wurden 2012 in 412 Fällen Verwaltungsstrafen von insgesamt 1,3 Mio. Euro beantragt.

Die knapp 6.000 Beanstandungen seien bloß Ermahnungen, dass die Grenzen einzuhalten seien, sagte Christoph Klein von der Arbeiterkammer Wien am Mittwoch in der "ZiB 1". Zu tatsächlichen Strafanzeigen kommt es deutlich seltener. Die Höhe der Strafen hängt von der Anzahl der Übertretungen und von der Anzahl der betroffenen Mitarbeiter ab.

Wie der STANDARD berichtete wurde in der Hypo Alpe Adria gegen Arbeitszeit-, Arbeitsruhe- und Mutterschutzgesetz verstoßen. Gegen Ex-Vorstandschef Gottwald Kranebitter wurde eine Verwaltungsstrafe von in Summe rund 150.000 Euro ausgesprochen. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig, da Kranebitter berufen will.

In Österreich ist die tägliche Normalarbeitszeit mit zehn Stunden pro Tag beschränkt, pro Woche dürfen im Normalfall nicht mehr als 50 Stunden gearbeitet werden. Die ÖVP fordert eine Ausdehnung auf zwölf Stunden, SPÖ und Gewerkschaften sind dagegen. (APA, red, 12.9.2013)