New York - Seit 1990 hat sich die Zahl der jährlichen Todesfälle bei Babys und Kleinkindern von mehr als zwölf Millionen auf rund 6,6 Millionen fast halbiert. Das Ziel, bis Ende 2015 die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu senken, wird aber aller Voraussicht nach klar verfehlt. Und immer noch stirbt alle fünf Sekunden ein Kind, geht aus einem neuen UNICEF-Bericht hervor.

"Noch immer erleben zu viele Kinder ihren fünften Geburtstag nicht. Das ist nicht akzeptabel, vor allem deshalb nicht, weil viele von ihnen an Ursachen sterben, die wir verhindern könnten", sagt Gudrun Berger, Geschäftsführerin von UNICEF Österreich. "Wir arbeiten mit bewährten und kostengünstigen Mitteln wie Impfschutz, Antibiotika, Moskitonetzen, Schwangerenvorsorge und Geburtshilfe, um Kinderleben zu retten."

Der Ort ist entscheidend

Zwar ist in allen Regionen der Welt die Kindersterblichkeitsrate seit 1990 deutlich gesunken. Der Ort, an dem ein Kind geboren wird, ist aber weiter entscheidend für seine Überlebenschancen: Nach wie vor werden vier von fünf Kindern, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, in Südasien oder dem südlichen Afrika geboren. Die Hälfte aller Todesfälle bei Kleinkindern kommt laut dem Kinderhilfswerk der UNO in nur fünf Ländern vor: Indien, Nigeria, Pakistan, Demokratische Republik Kongo und China.

Todesursachen

Die häufigsten Todesursachen sind weiterhin Lungenentzündung (17 Prozent), Komplikationen infolge einer Frühgeburt (15 Prozent), Komplikationen während der Geburt (10 Prozent), Durchfallerkrankungen (9 Prozent) und Malaria (7 Prozent). Für fast die Hälfte aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren ist laut UNICEF Mangelernährung verantwortlich. Und für rund eine Million Babys jährlich ist der Tag ihrer Geburt zugleich der letzte Tag ihres Lebens.

Anlass zu Optimismus gibt laut UNICEF die Tatsache, dass zahlreiche Länder das UN-Millenniumsziel zur Senkung der Kindersterblichkeit bereits erreicht haben. Brasilien senkte die Rate zwischen 1990 und 2012 sogar um 77 Prozent, China um 74 Prozent. Besonders beeindruckend sei, dass auch sieben der ärmsten Länder die Sterblichkeitsrate um 60 Prozent oder mehr gesenkt haben: Äthiopien, Bangladesch, Liberia, Malawi, Nepal, Osttimor und Tansania. (APA, 13.9.2013)