Salzburg/Wolfsberg - Allein schon ein Blick auf die Statistik lässt an der Rollenverteilung vor dem Fußball-Bundesliga-Duell zwischen Red Bull Salzburg und dem WAC am Sonntag keine Zweifel. Auf der einen Seite der seit 27 Runden und 20 Heimspielen ungeschlagene Tabellenführer, auf der anderen Seite der seit acht Auswärtspartien sieglose Vorletzte - da weiß auch WAC-Trainer Dietmar Kühbauer, was die Stunde geschlagen hat: "Salzburg ist der haushohe Favorit", sagte der Burgenländer.

Respekt statt Hochnäsigkeit

Der Vizemeister beeindruckte zuletzt mit dem 5:0 bei der SV Ried und dem 4:0 zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase gegen Elfsborg. Hochnäsig werde man deswegen aber nicht in das Kräftemessen mit dem WAC gehen, betonte Trainer Roger Schmidt. "Wir werden den Gegner sicher nicht unterschätzen. Jeder Spieler wird sich hundertprozentig einbringen", betonte der Deutsche.

Dass der WAC vor einer Woche mit dem 3:1-Heimsieg gegen die Admira beim Trainerdebüt von Kühbauer Selbstvertrauen tankte, hat Schmidt registriert. "Durch den Trainerwechsel ist das vielleicht ein anderes Team, außerdem hatte der WAC zuletzt ein Erfolgserlebnis. Diese Mannschaft will mit Sicherheit für eine Überraschung sorgen und hat eine gute Offensive. Daher müssen wir auch defensiv gut stehen und als Kollektiv richtig gut funktionieren."

100 Prozent

Kevin Kampl, der trotz einer Oberschenkelblessur einsatzbereit sein dürfte, will sich an die Vorgaben des Trainers halten. "Natürlich ist die Europa League etwas anderes, aber wir brauchen uns nicht großartig umzustellen, denn wir gehen jedes Spiel gleich an und wollen unbedingt gewinnen." Man werde den Wolfsbergern den nötigen Respekt entgegenbringen. "Unterschätzen werden wir den Gegner sicher nicht. Wir haben einen tollen Charakter und werden 100 Prozent geben", sagte der slowenische Teamspieler.

WAC-Coach Kühbauer zeigte sich von den jüngsten Darbietungen der "Bullen" beeindruckt. "Das ist die mit Abstand beste Salzburger Mannschaft, seit Red Bull eingestiegen ist. In dieser Form ist Salzburg im Moment über alle anderen Clubs der Liga zu stellen", meinte der Ex-Teamspieler.

Durch seinen jüngsten Erfolgslauf werde der Vizemeister auch die Doppelbelastung leichter verkraften, vermutete Kühbauer. "Wenn man so in Schuss ist, gibt es auch im körperlichen Bereich keine Probleme. Da kann man auch einige Meter mehr machen."

Großer Respekt und keine Angst

Dennoch hofft der 43-Jährige auch in seiner zweiten Partie auf der WAC-Trainerbank auf einen Punktgewinn. "Wir haben großen Respekt, aber keine Angst und werden uns so teuer wie möglich verkaufen", sagte Kühbauer und hofft auf die psychologische Komponente. "Das ist das Spiel, in dem wir den geringsten Druck haben, weil die Vorzeichen so klar sind." (APA, 21.9.2013)

Bundesliga, Sonntag:

Red Bull Salzburg - Wolfsberger AC
(Red-Bull-Arena, 19.00 Uhr, SR Grobelnik)

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho, Rodnei/Hinteregger, Ulmer - Kampl, Hierländer, Ilsanker, Mane - Nielsen, Soriano

Ersatz: Walke - Klein, Leitgeb, Svento, Teigl, Berisha, Meilinger, Reyna

Es fehlen: Alan (gesperrt), Schiemer (Schambeinentzündung), Vorsah (Kreuzbandriss), Lazaro (im Aufbautraining)

WAC: Dobnik - Standfest, Sollbauer, Rnic, Baldauf - Polverino - Kerhe, De Paula, Liendl, Jacobo - Falk

Ersatz: Kofler - Suppan, Jovanovic, Putsche, M. Salentinig, Segovia, Topcagic

Es fehlen: Micic (Jochbeinbruch), Hüttenbrenner (Bänderriss im Knöchel)