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Foto: APA/EPA

Singapur - Sebastian Vettel kann sich in der Formel-1-WM nur noch selbst schlagen. Der Titelverteidiger dominierte am Wochenende in Singapur wie nie zuvor in dieser Saison. Rechnerisch könnte der deutsche Red-Bull-Star bereits beim übernächsten Rennen Mitte Oktober in Japan zum vierten Mal in Serie als Weltmeister feststehen.

Einzig die Buhrufe für Vettel auf dem Podium trübten das Bild. Schon zuletzt in Monza war der Weltmeister dem Unmut der Ferrari-Fans ausgesetzt gewesen. Auch in Singapur war die Mehrheit der Fans im Lager von Ferrari-Star Fernando Alonso. 

Keine Eier im Pool

"Der Unterschied steckt im Detail. Wenn die anderen nach Hause gehen und die Eier in den Pool hängen, sind wir noch da und tüfteln weiter am Auto. Dann versuchen wir, noch mehr herauszuquetschen, und so etwas macht natürlich über das Wochenende den Unterschied und über das Jahr gesehen dann auch", lautete der Konter des Siegers.

Vettel hat aber auch Verständnis für den Unmut der Fangemeinde. "Ich habe ihnen nicht das spannendste Rennen geboten, aber an Tagen wie diesem interessiert mich das nicht so", sagte er nach den Buhrufen bei der Siegerehrung. "Wir gewinnen weiter, und sie buhen. Das ist nicht nett, aber solange sie buhen, machen wir einen sehr guten Job."

Lauda: "Lächerlich"

Unterstützung bekommt Vettel von prominenter Stelle. "Das ist lächerlich, die Leute wissen nicht, was Red Bull leistet. Wenn ich könnte, würde ich Vettel für dieses Rennen allein schon den Titel verleihen", sagte der dreifache Weltmeister Niki Lauda. "Man muss respektieren, was Vettel da leistet, die Buhrufe sind total daneben."

Nach der Gala im Nachtrennen von Singapur führt Vettel die WM-Wertung bereits mit 60 Punkten (247:187) vor Alonso an. Ein Zweiter und fünf dritte Plätze würden dem 26-Jährigen in den verbleibenden sechs Rennen schon reichen, um erneut gegen den Ferrari-Konkurrenten die Nase vorne zu haben. Die Formel 1 verkommt angesichts dieser Konstellation immer mehr zur "Formel Langeweile".

Martialisch verdeutlichte die "Daily Mail", wie aussichtslos die Situation für Vettels Konkurrenz ist. "Es braucht eine Invasion Nordkoreas in Südkorea, ein Erdbeben in Japan, das Ende des Dengue-Fiebers in Indien, einen Sandsturm in Abu Dhabi, eine Schießerei in Texas und einen bewaffneten Überfall in Brasilien, um Vettel auf dem Weg zum WM-Titel zu stoppen", schrieb das britische Blatt. 

Wie gemalt für Red Bull

So weit ist es noch nicht ganz, aber was erschwerend hinzukommt: Die kommenden Strecken auf der Asientour sind alle wie für Vettel und seinen Red Bull gemacht. Es stehen Stationen in Südkorea (6. Oktober), Japan (13. Oktober) und Indien (27. Oktober) auf dem Programm. Im vergangenen Jahr konnte er auf allen drei Kursen gewinnen und ebnete so den Weg zum Titel. Diesen könnte er theoretisch bereits in Japan unter Dach und Fach bringen.

Alonso hat die Jagd auf seinen Gegner auch deshalb schon so gut wie beendet. "Wir brauchen sehr, sehr viel Glück auf eigentlich allen Strecken", sagte der 32-Jährige. Doch man müsse realistisch bleiben, meinte er: "Sie haben in dieser Saison einen besseren Job gemacht, das können wir so anerkennen." Auch in Alonsos Heimat Spanien gibt es kaum noch Hoffnung. Das Blatt "Sport" schrieb: "Vettel spielt in einer anderen Liga." "El Pais" ergänzte: "Es gibt keinen Plan gegen Vettel." (sid/APA/red, derStandard.at, 23.9.2013)