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Proteste in Islamabad gegen extremistische Gewalt.

Foto: AP/B.K. Bangash

Peshawar - In mehreren Städten Pakistans haben Christen am Montag gegen den Anschlag von Peshawar protestiert, bei dem am Vortag vor einer Kirche 83 Menschen getötet und weitere 147 verletzt wurden. In der Hauptstadt Islamabad blockierten 600 Demonstranten mehrere Stunden lang eine Schnellstraße. Weitere Kundgebungen gab es in Lahore, Karachi, Faisalabad und Peshawar. Am Montag wurde eine dreitägige Staatstrauer in dem südasiatischen Land begonnen.

Die jüngsten Angaben zu den Opfern machte das Lady-Reading-Krankenhaus in Peshawar. Am Vortag war von 72 Toten und mehr als 100 Verletzten die Rede gewesen. Unter den Getöteten befinden sich 37 Frauen. Zwei Selbstmordattentäter hatten sich vor einer Kirche in Peshawar nahe der Grenze zu Afghanistan in die Luft gesprengt, als die Gläubigen nach dem Gottesdienst beisammenstanden.

Taliban-Splittergruppe bekennt sich zu Anschlag

Eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban (TTP) namens Junood ul-Hifsa bekannte sich zu dem Anschlag. "Wir haben die Selbstmordanschläge in Peshawar durchgeführt und werden weiterhin Ausländer und Nicht-Muslime angreifen, bis die (amerikanischen) Drohnen-Angriffe aufhören", hieß es in einer Mitteilung. Dieselbe Gruppe hatte die Verantwortung für einen Angriff auf das Basislager am Nanga Parbat in Nordpakistan übernommen. Dabei waren im Juni zehn ausländische Bergsteiger und ein einheimischer Helfer getötet worden.

Der Anschlag auf die Christen lässt die Regierung von Premierminister Nawaz Sharif offenbar abrücken von Plänen, Friedensgespräche mit der TTP zu führen. "Es sieht so aus, als wäre Frieden mit den Monstern keine Option mehr", hieß es am Montag aus dem Innenministerium. "Wir haben andere Mittel, um mit ihnen umzugehen, und werden sie nutzen." Auf Regierungsgebäuden in der Hauptstadt Islamabad wurde die Nationalflagge auf halbmast gesetzt. Abgeordnete trugen schwarze Armbinden im Parlament, eine dreitägige Staatstrauer wurde ausgerufen.

Anschlag in Baluchistan

Unterdessen wurden bei einem Bombenanschlag am Montag in der südwestpakistanischen Provinz Baluchistan drei Polizisten und zwei Zivilisten getötet. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. (APA, 23.9.2013)