Cambridge - Ausgerechnet eine Walart, von der man vergleichsweise wenig weiß, hat einen wichtigen Beleg für die Hypothese geliefert, dass Sonar-Einsatz für Meeressäuger zur tödlichen Gefahr werden kann. 2008 strandeten rund 100 Breitschnabeldelfine (Peponocephala electra) in einer Lagune vor Madagaskar und verendeten dort.

Breitschnabeldelfine sind in allen tropischen und subtropischen Meeren verbreitet. Sie bevorzugen aber die tieferen Gewässer an Kontinentalhängen und sind daher nur selten zu beobachten. Im Fall der Massenstrandung von 2008 kommt ein Bericht von unabhängigen Wissenschaftern zu dem Schluss, dass Sonar-Einsatz bei der Suche nach Ölvorkommen das todbringende Verhalten der Tiere zur Folge hatte. 

Direkter Zusammenhang hergestellt

"Dies ist das erste Ereignis mit einer Massenstrandung von Meeressäugern, das auf das engste mit dem Hochfrequenz-Kartografieren zusammenhängt", erklärte die Walkommission, die den Bericht veröffentlichte. Die Delfine seien damals in die Loza-Lagune geschwommen - ein Ereignis, wie es dort nie zuvor und nie wieder danach vorgekommen sei.

Konkret machten die Experten ein für den Unterwassereinsatz konzipiertes Luftdruck-Messsystem mit zwölf Kilohertz als Auslöser aus. Das Gerät soll im Auftrag von Exxon Mobil am 29. Mai 2008 rund 65 Kilometer vor der Küste eingesetzt worden sein. Die Schwingungen aus diesem Gerät seien der "plausibelste und wahrscheinlichste" Auslöser für das Fehlverhalten der Breitschnabeldelfine. (APA/red, derStandard.at, 27. 9. 2013)