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Das Empire State Building will hoch hinaus.

Foto: Reuters/Chip East

Das Empire State Building hat schon bessere Zeiten gesehen. Zwei Jahre nach der Großen Depression 1929 ist es fertig. Für Anhänger der Wolkenkratzer-Theorie - Hochhaus kommt vor dem Fall - ein böses Omen. 1933 klettert auch schon King Kong stumm und in Schwarz-Weiß auf das Manhattaner Wahrzeichen, 1954 tut er es mit etwas mehr Radau wieder, und 1976 turnt der Riesenaffe erneut in 381 Metern Höhe herum. Filmreife Szenen dürften sich in den letzten 19 Monaten vermutlich auch für den Hauptaktionär des Wolkenkratzers abgespielt haben. Der Immobilienverwalter Malkin Holdings kämpft gegen erheblichen Widerstand für den Börsengang des ehemals höchsten Gebäudes der Welt. Einige der 2.824 Aktionäre legen sich quer, auf der anderen Seite locken Immobilieneigner in den vergangenen Monaten immer wieder mit Kaufangeboten, die die Familie Malkin jedoch als zu niedrig ablehnt.

Verhaltenes Interesse

Wie aus der Mitteilung an die Börsenaufsicht im September hervorgeht, werden gemeinsam mit knapp zwanzig weiteren Gebäuden in einem sogenannten Real Estate Investment Trust (ESRT, ISIN: US2921041065) 71,5 Millionen Aktien an der New Yorker Wall Street angeboten. Das Volumen des IPOs am heutigen Mittwoch hätte sich somit auf bis zu 1,07 Milliarden Dollar belaufen und damit einer der drei größten im US-Immobiliensektor werden können. Der Börsengang wird federführend von der Bank of America und Goldman Sachs organisiert. Der Ausgabepreis für Anteilsscheine an dem legendären Hochhaus liegt allerdings am unteren Ende der anvisierten Spanne, die Einnahmen belaufen sich damit lediglich auf 929,5 Millionen Dollar (687 Millionen Euro).

Das Interesse an der Aktie war bislang mau - und so war sie bereits für 13 Dollar (9,60 Euro) zu haben. Damit wurde der Preis am unteren Ende der Spanne festgesetzt. Der angepeilte Ausgabepreis von 13 bis 15 Dollar je Aktie war ohnehin recht günstig bemessen. Zum Vergleich: Eine Eintrittskarte für die Ausichtsplattform kostet knapp 30 Dollar. 240 Millionen Dollar nahm das Empire State im vergangenen Jahr ein, 92 Millionen davon steuerten die Besucher bei. Wenn das One World Trade Center mit einer Höhe von 541 Metern im Jahr 2015 am Platz der zerstörten Zwillingstürme öffnet, ist wohl mit Einbußen zu rechnen. Möglich allerdings, dass Romantik bei der Börsenpsychologie eine Rolle spielt. Immerhin wurde das Empire State Building 1931 fertiggestellt und gilt bis heute als Liebling der New Yorker. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 2.10.2013)