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Nach zehn Jahren Abschied nehmen von der Politik: Josef Bucher.

Foto: apa/pfarrhofer

BZÖ-Obmann Josef Bucher tritt zurück - das hat er bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz Mittwochnachmittag verkündet. Mit ihm wird auch Bündniskoordinator Markus Fauland zurücktreten. Das BZÖ habe das Wahlziel von fünf Prozent der Stimmen nicht erreicht, also müsse man "die Verantwortung übernehmen", so Bucher, der damit der Politik den Rücken kehren und in die Privatwirtschaft zurückgehen will.

Wer künftig an der Spitze des BZÖ stehen wird, wollte Bucher noch nicht bekanntgeben, der offizielle Parteibeschluss werde erst in der Vorstandssitzung am Donnerstag getroffen. "Es gibt Personen, die sich bereiterklärt haben, die Verantwortung zu übernehmen", sagte Bucher, es handle sich dabei um Vertreter der "next generation". In Kärnten werde wie gehabt Sigisbert Dolinschek die Partei leiten.

In Zukunft Privatwirtschaft

Zum Chaos in der Kärntner Partei wollte Bucher nicht Stellung nehmen. Er sagte nur, er habe nie daran gedacht, ein Landtagsmandat anzunehmen - schließlich habe er der Partei bereits am Wahlsonntag seinen Rücktritt angeboten, sei aber gebeten worden, noch bis zur Vorstandssitzung am Donnerstag zu bleiben. Er selbst habe Stefan Petzner jedenfalls nicht aus der Partei ausgeschlossen, "ich schließe niemanden aus". Dass Dolinschek diese Entscheidung getroffen habe, nehme er zur Kenntnis, man werde die Angelegenheit jedenfalls mit Petzner diskutieren.

Ob es ein Fehler gewesen sei, Petzner nicht in den Wahlkampf einzubinden? "Mag sein, dass das ein Fehler war - aber ich kann das nicht abschließend beurteilen", meinte Bucher.

Petzner: "Ich hör' mir das an"

Petzner selbst wollte im derStandard.at-Gespräch nicht zu den Vorgängen Stellung nehmen. "Ich bin da nicht eingebunden. Ich werde morgen als einfacher Abgeordneter an der Sitzung teilnehmen und hör' mir das an", sagte Petzner, der seinen Parteiausschluss nicht als gültig betrachtet: "Dafür braucht es einen Beschluss des Kärntner Landesvorstands, und den gibt es nicht." Er wünsche Bucher "als Mensch" jedenfalls alles Gute, so Petzner, der diese Glückwünsche auch via Twitter sandte. Auch BZÖ-Europaparlamentarier Ewald Stadler begrüßte Buchers Rücktritt, gestand laut APA aber ein, dass die Auswahl für die Position des Parteichefs "ziemlich klein" sei.

Bucher wird an der Sitzung am Donnerstag noch teilnehmen, geleitet wird sie ihm zufolge jedoch von seinen Stellvertretern Ursula Haubner und Herbert Scheibner, die "den Weg der Erneuerung einleiten" werden.

Bündnissprecher Rainer Widmann meinte gegenüber derStandard.at, Petzners Parteiausschluss sei wohl ein "Schnellschuss aufgrund einiger nicht parteifördernder Aussagen" gewesen. "Es muss in einer Partei eine gewisse demokratische Disziplin und Ordnung geben", so Widmann in Richtung Petzner. (sterk, derStandard.at, 2.10.2013)