Warschau/Vatikanstadt - Die polnische Polizei hat den von Interpol gesuchten Priester Wojciech G. im Haus seiner Eltern in der Nähe von Krakau angetroffen, berichtete am Mittwoch die Zeitung "Super Express". Ein Polizeisprecher bestätigte das gegenüber dem Fernsehsender TVN24. G. soll in der Dominikanischen Republik regelmäßig Buben missbraucht und diese auch auf Reisen nach Italien und Polen mitgenommen haben.

Der Priester wurde jedoch nicht verhaftet. Die Polizei hat ihn nur belehrt, dass er von Interpol gesucht wird. Er unterzeichnete eine Verpflichtung, die Polizei im Falle eines Ortswechsels zu benachrichtigen. Polizeisprecher Mariusz Sokolowski sagte, man habe keine Rechtsgrundlage für die Festnahme des Verdächtigen. Bisher liege kein Haftbefehl vor.

Computer sichergestellt

Dass G. aufgespürt wurde, wurde der polnischen und der dominikanischen Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Sie könnten nun die Festnahme des Priesters anordnen.

G. war Pfarrer in der dominikanischen Stadt Juncalito. Im Mai floh er nach Polen; sein Aufenthaltsort war unbekannt. In seiner Wohnung im Pfarrhaus in Juncalito stellte die Staatsanwaltschaft den Computer von G. sicher, auf dem der Priester 87.000 pornografische Bilder gespeichert hatte. Medienberichten zufolge befanden sich in seinem Zimmer auch Drogen, zehn Pässe sowie Dessous.

Die Behörden in der Dominikanischen Republik ermitteln derzeit auch im Fall des ehemaligen vatikanischen Nuntius, Erzbischof Jozef Wesolowski aus Polen, der im August von Papst Franziskus wegen des Verdachts der Pädophilie entlassen wurde. (APA, 2.10.2013)