Athen/London - Die Kreditwürdigkeit Griechenlands befindet sich nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) weiter tief im sogenannten Ramschniveau. Die Bonitätsnote werde mit "B-" bestätigt, teilte S&P mit. Die Note liegt damit weiter sechs Stufen unter dem sogenannten "Investment-Grade"-Niveau, das sichere Anlageformen beschreibt. Der Ausblick für das Rating sei stabil, schreibt S&P. Es sind also bis auf Weiteres keine Auf- oder Herabstufungen zu erwarten.

Ein großer Belastungsfaktor für das Rating bleibt laut S&P der hohe Schuldenstand des Staates und die hohe Auslandsverschuldung der griechischen Wirtschaft. In den Jahren 2013 bis 2015 dürfte der Staatsschuldenstand laut S&P bei rund 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegen. Dies ist das höchste Niveau in der Eurozone. S&P verweist zudem auf die unsicheren Wachstumsaussichten. Die griechische Wirtschaft dürfte demnach im laufenden Jahr um vier Prozent und im kommenden Jahr um ein Prozent schrumpfen. Erst im Jahr 2015 werde das Land wieder um ein Prozent wachsen.

S&P sieht jedoch auch positive Entwicklungen. Das Leistungsbilanzdefizit sei gesunken, die Haushaltskonsolidierung mache Fortschritte und die Wettbewerbsfähigkeit habe sich verbessert. S&P geht davon aus, dass die Staaten der Eurozone entschlossen sind, Griechenland im Euro zu halten.

Den stabilen Ausblick begründet S&P mit der Entschlossenheit der griechischen Regierung, an den fiskalischen und strukturellen Anpassungen festzuhalten. Es wird aber auch auf wirtschaftliche und politische Risiken für die Reformpolitik verwiesen. (APA, 4.10.2013)