Berlin - Malaria ist für den Menschen in erster Linie in den Varianten relevant, die ihn selbst befallen können. Ausgelöst wird die Krankheit durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium, die durch Stechmücken von Mensch zu Mensch übertragen werden. Nur wenige Plasmodien-Arten sind für den Menschen gefährlich. Doch die Bandbreite ist groß, und andere Plasmodien und mit ihnen verwandte Einzeller befallen diverse Säugetierarten, wieder andere Vögel oder Reptilien.

Einen Einblick in das Wechselspiel zwischen Erregern und von ihnen befallenen Wirtstieren geben Forscher mit einer neuen Studie über Fledermäuse. Bei der Untersuchung von über 270 Fledermäusen in Westafrika fanden sie eine hohe Artenvielfalt von Plasmodien, wie das Berliner Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung berichtet.

Wirtswechsel

Zwei Parasiten, die bei den Fledermäusen gefunden wurden, sind eng mit Nagetier-Parasiten verwandt. Im Laufe der Evolution gab es höchstwahrscheinlich einen Wirtswechsel aus der Nagetier-Linie in die der Fledermäuse und dann wieder einen Wechsel zurück in die Nagetiere. Die Autoren vermuten, dass die Fledermäuse, die teilweise Baumhöhlen bewohnen, den gleichen Stechmücken ausgesetzt sind, die die Malaria-Parasiten auch zwischen den baumbewohnenden Nagetieren übertragen. 

Zusätzlich wurden Malaria-Parasiten aus drei weiteren Gattungen in den Fledermäusen gefunden. Über 40 Prozent aller Fledermäuse, die in abgelegenen Waldökosystemen in Liberia, Guinea und Côte d' Ivoire von den Forschern untersucht wurden, wiesen Infektionen mit Malaria-Parasiten auf. Das Wissen über die Evolution der Krankheitserreger ist für die Forscher ein Schlüssel zum Verständnis der Krankheit. (red, derStandard.at, 13. 10. 2013)