Wien – Matthias Strolz ist mit der eigenen Forderung unglücklich. "Wie werden die Passage ändern", kündigt der Neos-Chef im STANDARD-Interview an und meint damit einen Satz aus dem selbst verfassten Parteiprogramm. Um die EU-Außengrenzen "effektiv" zu sichern, steht dort geschrieben, solle die zuständige Grenzsicherungs-Agentur Frontex kompetenzmäßig, personell und finanziell "angemessen" – ergo: besser – ausgestattet werden.

Ob das die Lösung für Flüchtlingskatastrophen wie vor der italienischen Insel Lampedusa sei? "Nein, eine nachhaltige Antwort ist das nicht", sagt Strolz: Die "missverständliche" Formulierung lege nahe, "wir wollten Frontex mit besseren Waffen zum scharf Schießen ausstatten. Europa kann den Zaun aber gar nicht so hoch bauen, um Flüchtlinge abzuhalten, solange wir nicht zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe mit dem afrikanischen Kontinent kommen."

Bessere Entwicklungszusammenarbeit schwebt Strolz vor, und ein Diskurs mit den Auswanderungsländern, um realistische Bilder in den Köpfen der Betroffenen zu schaffen. "Wir können nicht alle aufnehmen, die nach Europa wollen, das ist klar", sagt er: "Aber wir müssen auch sicherstellen, dass kein Menschenleben in Gefahr gerät." Als "Schande" bezeichnet der Neo(s)-Parlamentarier, "dass die EU zu keiner gemeinsamen Asylpolitik findet. Jene Länder an der Außengrenze, wo die Flüchtlinge landen, im Stich zu lassen, ist zynisch und letztklassig." (jo, derStandard.at, 11.10.2013)