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Foto: EPA/Toni Garriga

Madrid/Barcelona - Vor einem Monat demonstrierten Hunderttausende Katalanen mit einer 400 Kilometer langen Menschenkette für eine Abspaltung Kataloniens von Spanien. Am Samstag kam nun die Antwort der Katalanen, die sich für die "Einheit des Landes" aussprechen. Unter dem Motto "Wir sind Katalonien, wir sind Spanien" zogen Zigtausende Personen durch die Straßen der katalanischen Mittelmeermetropole Barcelona.

Zur Demonstration hatten neben verschiedenen Bürgerinitiativen auch die sich für die Einheit Spaniens einsetzenden politischen Parteien wie die konservative Volkspartei (PP), Ciutadans und UPyD aufgerufen. "Die bisher schweigende Mehrheit hat ihr Schweigen gebrochen. Wir sind stolz, Katalanen zu sein, aber fühlen uns auch als Spanier und niemand darf uns das friedliche Zusammenleben verderben", erklärte Alicia Sanchez-Camacho, Chefin der konservativen Volkspartei in Katalonien, laut dem spanischen Nationalradio RNE am Rande der Kundgebung.

Albert Rivera, Vorsitzender von Ciutadans, schickte unterdessen dem nationalistischen Ministerpräsidenten Kataloniens Artur Mas (CiU) eine Botschaft. "Artur Mas muss wissen, dass Katalonien pluralistisch ist und er nicht einfach machen kann, was er möchte. Erst recht nicht, außerhalb der Verfassung", sagt Rivera während des Protestumzugs. Damit spielte er auf das von Artur Mas für das kommende Jahr geplante Unabhängigkeitsreferendum an, das laut der spanischen Verfassung nur von der spanischen Zentralregierung ausgerufen werden kann. Die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy (PP) lehnt die Volksbefragung über eine Abspaltung der wirtschaftsstärksten Region von Spanien allerdings strikt ab.

Auch Faschisten marschieren

Die Demonstration fand bewusst am heutigen Samstag, dem "Tag der Hispanidad", statt. Es ist der spanische Nationalfeiertag, an dem der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus gedacht und damit die Verbreitung der spanischen Kultur und Sprache gefeiert wird. Parallel zur Großkundgebung fanden in Barcelona unter großem Polizeiaufgebot zunächst verbotene Aufmärsche rechtsradikaler Gruppen statt, die ebenfalls für die Einheit Spaniens protestieren. Zusammenstöße mit antifaschistischen Gruppen und Separatisten konnten bisher jedoch verhindert werden. (APA, 12.10.2013)